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Wenn der Kunde fehlt, fehlt oft auch die Arbeit. Das merken zurzeit auch Auszubildende in Ulm. Ihnen brechen wegen der Pandemie praktische Erfahrungen weg.

Die 18-jährige Naima aus Ulm frisiert zurzeit nur Puppenköpfe. Notgedrungen. Denn wegen Corona haben alle Friseure geschlossen. Auch ihr Ausbildungsbetrieb in Ulm ist zu. Der Kundenkontakt fehlt ihr. "Ich finde diese Hektik im Salon eigentlich angenehm, weil man dann auch weiß, was man getan hat", sagt sie. Immerhin können die Azubis an Puppenköpfen weiter üben, aber der Kontakt zum echten Menschen lässt sich so natürlich nicht ausgleichen.

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Naima ist im dritten Lehrjahr. Sie sei froh, dass sie nicht jetzt erst mit ihrer Ausbildung angefangen hat, sagt sie. Im Gegensatz zu Delilah. Die 20-Jährige aus Neu-Ulm steht ganz am Anfang ihrer Friseur-Laufbahn. Seit September macht sie ihre Ausbildung. Drei Monate lang konnte sie praktische Erfahrungen sammeln, dann kam der Lockdown. Seither sitzt sie überwiegend zu Hause, erzählt sie. "Jetzt mit der Zeit wird die Übung immer weniger, man verliert so einiges, was man am Anfang gelernt hat."

Bei Liam aus Ulm sieht es etwas besser aus. Sein Ausbildungsbetrieb hat trotz Corona geöffnet. Der 16-Jährige macht eine Ausbildung zum Fachmann für Systemgastronomie bei einem Burger-Restaurant in Ulm. Seit September ist Liam Azubi, aber bereits vorher hat er im Lokal ausgeholfen.

Liam macht eine Ausbildung in einem Burger-Restaurant in Ulm.  (Foto: SWR, Sarah Umla)
Liam macht eine Ausbildung in einem Burger-Restaurant in Ulm Sarah Umla

Nach wie vor werden dort Burger zubereitet, der große Unterschied zu vorher: Gegessen wird zu Hause. Kunden haben nur noch die Abhol- oder Lieferoption. Dadurch habe sich schon einiges verändert. "Der normale Alltag fehlt", sagt Liam. Es fühle sich anders an. Keine Kunden im Laden und auch das Arbeitsklima sei wegen der Corona-Beschränkungen anders.

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Auch Kimberly fehlt der Alltag. Die 19-Jährige aus Vöhringen (Kreis Neu-Ulm) macht seit gut zwei Jahren eine Ausbildung zur Floristin. Ihr Ausbildungsbetrieb – ein Blumengeschäft in Ulm hat zurzeit geschlossen. Ein paar Aufträge gibt es zwar trotzdem, aber auch Kimberly verbringt viel Zeit zu Hause. "Durch Corona wurde die Ausbildung streckender und langsamer", erzählt sie.

Manche Ausbildungsinhalte zurzeit nicht möglich

Eigentlich sollte die 19-Jährige zurzeit Kunden beraten und an der Kasse stehen. Darauf hatte sie sich gefreut, doch das fällt wegen des Lockdowns aus. Daher konzentriert sich Kimberly mit ihrer Ausbilderin Angelika Stieber auf die Zwischenprüfung. "Ich kann mich komplett auf Kimberly einstellen und ganz konkret zwei Stunden am Stück Zeit nehmen, um zu üben."

Zurzeit lernt Kimberly, Kränze zu binden und das auf Zeit. Der Kundenkontakt und die Zeit an der Kasse werden nach hinten geschoben und sollen dann folgen, wenn es wieder möglich ist. Nach dem Lockdown.

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