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Süß und bitter liegt oft ganz nah beieinander. Das zeigt eine neue Ausstellung im Schloss Untergröningen im Ostalbkreis. "SweetNothingSweet", ein Wortspiel aus "Süßes Nichts" und "Nichts Süßes".

"SweetNothingSweet", Ausstellung Untergröningen (Foto: SWR, Frank Polifke)
Zuviel des Guten - Ausstellungsleiterin Heidi Hahn im Candyland Frank Polifke

Nicht wenige Ausstellungsstücke in Schloss Untergröningen bestehen aus echten Süßwaren. Allein schon das Candyland gleich zu Beginn sorgt beim eingefleischten Bonbon-Fan für Schnappatmung. Schlaraffenland auf 100 Quadratmetern. Eine Sinfonie in Pink, mit teils mannshohen Zuckerstangen, Eistüten und Lollis. Drei Monate lang hat eine Künstlergruppe an dieser Welt des Überflusses gearbeitet. Ausstellungsleiterin Heidi Hahn.

"Es ist das Land der Träume, der Versuchung und vor allem auch des Zuviel."

Ausstellungsleiterin Heidi Hahn
"SweetNothingSweet", Ausstellung Untergröningen (Foto: SWR, Frank Polifke)
Kaugummi-Skulpturen des Schweizers Markus Schwander Frank Polifke

Eine Waage am Eingang und eine zweite am Ausgang zeigt den Besuchern dieses Zuviel am eigenen Leib. Die Waage am Ausgang zeigt nämlich das doppelte Gewicht an. Gut, dass die meisten Ausstellungsstücke nicht essbar sind. Sonst würden die riesigen Micky-Maus-Porträts aus Gummibärchen die Ausstellungsdauer ebenso wenig überleben wie die verführerisch aus ihrer Schachtel herausquellenden Pralinen eines amerikanischen Künstlers. Nur die überdimensionalen gekauten Kaugummis, die im Obergeschoss auf dem Boden verteilt sind, würde man doch vielleicht verschmähen.

"SweetNothingSweet", Ausstellung Untergröningen (Foto: SWR, Frank Polifke)
Anorexia-Fotoarbeiten "Zweiunddreißig Kilo" der Berliner Künstlerin Ivonne Thein Frank Polifke

Ein paar Räume weiter vergeht einem das Lachen. Fotos an der Wand zeigen magersüchtige Models mit verstörend dünn wirkenden Armen und Beinen. Die Serie "Zweiunddreißig Kilo" zeigt das krankhafte Streben nach Schlankheit durch extremen Verzicht auf Genuss. Ästhetik auf skurrile Weise zeigen Fotos von Zähnen mit Karies, die in ihrer blau-roten Farbigkeit fast an exotische Blütenblätter erinnern.

"SweetNothingSweet", Ausstellung Untergröningen (Foto: SWR, Frank Polifke)
Pralinen-Installationen des New Yorker Künstlers Peter Anton Frank Polifke

Ob dem Besucher von "SweetNothingSweet" das Wasser im Mund zusammenläuft oder ob er das Schloss Untergröningen mit einem bitter-süßen Geschmack verlässt - das muss jeder selbst ausprobieren. In der Ausstellung selbst war übrigens eine Kostprobe bei "Cola-Laura" geplant. Die wohlgeformte Frauenskulptur bleibt Corona-bedingt allerdings unbeleckt. Die Besucher müssen ihren Heißhunger auf Süßes im Museumsshop stillen.

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