Spieglein, Spieglein, Ausstellung, Kunstmuseum Heidenheim (Foto: SWR)

Der Spiegel als Kunstwerk - witzige Selbstbetrachtungen

Neue Ausstellung im Kunstmuseum Heidenheim: "Spieglein, Spieglein..."

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AUTOR/IN
Carina Kremer
ONLINEFASSUNG
Rainer Schlenz

Spiegel gehören zum Alltag und sind deshalb nicht wegzudenken. Das Kunstmuseum Heidenheim setzt Spiegel in der Ausstellung "Spieglein, Spieglein..." in Szene - und damit auch deren Betrachter und Betrachterinnen.

Rund 60 Mal am Tag blicken wir in den Spiegel, erzählt Museumsleiter Marco Hompes. Auch im Kunstmuseum Heidenheim lassen sich Damen beobachten, die ihre Haare richten vor den Werken aus Spiegeln. Schnell wird klar: Die Spiegelausstellung holt uns im Alltag ab - und entführt uns dann in ganz neue Welten.

Spieglein, Spieglein, Ausstellung, Kunstmuseum Heidenheim (Foto: SWR)
"Apophenia", so ist der Titel des Kunstwerks - abgeleitet von dem psychologischen Begriff "Apophenie", einer Störung der Wahrnehmung.

Das norwegisch-schwedische Künstlerduo Jørgen Craig Lello und Tobias Arell hat mehr als 50 zerbrochene Spiegelteile zu einem Kunstwerk zusammengefügt. Schaut man hinein, ist die Wahrnehmung verzerrt: Man sieht ganz viel, aber man blickt in ein optisches Durcheinander.

18 Kunstschaffende stellen in Heidenheim ihre Werke aus spiegelnden Materialien aus

In "Spieglein, Spieglein..." geht es um optische Effekte, die unsere Sinne täuschen. Man verliert manchmal fast den inneren Kompass. Durch gekrümmte oder zerbrochene Spiegel lässt sich der Ausstellungsraum und deren Betrachter vervielfachen, brechen oder verzerren.

Spieglein, Spieglein, Ausstellung, Kunstmuseum Heidenheim (Foto: SWR)
Cosima Kammel aus Heidenheim ist fasziniert von dem Spiegeleffekt in der Selfie Box von Sali Muller.

Ein scheinbar unendlicher optischer Raum entsteht, wenn man seinen Kopf in die "Selfie Box" von Sali Muller steckt: ein viereckiger, vollkommen mit Spiegeln ausgekleideter Kasten. Man sieht sich hundertfach gespiegelt - oben, unten, rechts, links und auf den Kopf gestellt.

Spiegel mit Neonschrift (Foto: SWR)
Der Spiegel von Jeppe Hein soll die Betrachter zum Nachdenken anregen: "Wer bin ich, warum gibt es mich und was hab ich vor?"

Von der Selbstbetrachtung im Spiegel zu den großen Fragen der Existenz

Sich selbst im Spiegel zu betrachten, erscheint erst einmal sehr alltäglich, fast banal. Aber die Ausstellung öffnet eine Tür: In dem quadratischen Spiegel von Jeppe Hein werden die grundlegenden Fragen gestellt: "Who am I?, Why am I? Where am I going?" ist da in Leuchtbuchstaben aus Neonlicht zu lesen, also "Wer bin ich, warum gibt es mich und was hab ich vor?"

Die Besucher sollen sich also mit den ganz großen Fragen über die eigene Existenz beschäftigen. Sich selbst genauer im Spiegel zu betrachten ist sogar gewünscht, sagt Museumsleiter Marco Hompes. Nur Anfassen ist nicht erlaubt.

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