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Ab Montag soll jeder Angestellte einmal pro Woche einen Corona-Test machen können. Doch bei Betrieben aus Ulm und Umgebung stößt das auf Kritik. Der Vorwurf: zu viel Bürokratie und hohe Kosten.

Beim kunststoffverarbeitenden Betrieb Autenrieth in Heroldstatt (Alb-Donau-Kreis) gab es bislang noch keinen Corona-Fall. Die 40 Mitarbeiter halten sich laut ihrem Chef an die Hygienevorschriften, die Fertigung ist gut belüftet und alle anderen haben Einzelbüros. Dennoch muss der Unternehmer für jeden Mitarbeiter jetzt Coronatests zur Verfügung stellen. Der Entwurf einer geänderten Arbeitsschutzverordnung sieht vor, dass die Unternehmen ihren Beschäftigten in der Regel einmal in der Woche Tests zur Verfügung stellen.

Für Geschäftsführer Steffen Autenrieth "eine Katastrophe. Es stört mehr den betrieblichen Ablauf und führt zu einer immensen Mehrbelastung", sagte er dem SWR.

Handwerkskammer Ulm will Corona-Schnelltests gemeinsam kaufen

Die Handwerkskammer Ulm bietet ihren Mitgliedsbetrieben einen Einkaufsverbund für Corona-Schnelltests an. Dennoch: Die Pflicht, Tests anzubieten, belaste die Betriebe in der ohnehin schwierigen Lage zusätzlich, bemängelt die Kammer.

Große Arbeitgeber, wie der Optik- und Elektronikkonzern Zeiss in Oberkochen (Ostalbkreis), testen ihre Mitarbeiter schon länger. Anfangs durch medizinisch geschultes Personal, seit Ende März auch mit freiwilligen Selbsttests zwei- bis dreimal pro Woche.

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Diese freiwilligen Tests der Unternehmen würden mit der neuen Pflicht seitens der Politik abgewertet, kritisieren die Industrie- und Handelskammern (IHK) Schwaben und Ulm. Besser wäre es, wenn alle Ärzte impfen dürften, zum Beispiel die Betriebsärzte. Für Süddeutschlands größten Schlachthof Ulmer Fleisch sei zwei Wochen testen teurer als alle 800 Mitarbeiter zu impfen, sagt Geschäftsführer Stephan Lange. Doch das gehe momentan noch nicht: "Wir haben versucht, Impfstoff zu bekommen, aber bislang wird er zugeteilt." Die Infrastruktur sei vorbereitet, man könnte sofort loslegen.

Zeiss auf Impfungen im Betrieb vorbereitet

Zeiss in Oberkochen ist nach eigener Auskunft ebenfalls bereits auf Impfungen direkt im Betrieb vorbereitet. Auch Steffen Autenrieth aus Heroldstatt würde gerne seine 40 Mitarbeiter durch den Betriebsarzt impfen lassen. Die Konzerne BASF und VW haben inzwischen mit der Impfung ihrer Mitarbeiter begonnen. Auch in Bayern wird in Firmen nahe der tschechischen Grenze schon geimpft. Und noch im April sollen bei einem Modellprojekt Beschäftigte von zehn größeren bayerischen Arbeitgebern durch Betriebsärzte geimpft werden - unabhängig von der Priorisierung.

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