Das Gelände des Archäoparks. Nach den Herbstferien soll die Einrichtung bei Niederstotzingen schließen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Stefan Puchner)

Wiedereröffnung unklar

Welterbe: Aus für Archäopark bei Niederstotzingen?

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Der Archäopark bei Niederstotzingen mit dem Weltkulturerbe Vogelherdhöhle schließt noch in diesem Jahr. Der Grund: Es fehlt am Geld. Ob er wiedereröffnet wird, ist unklar.

Die Stadt Niederstotzingen im Kreis Heidenheim stellt zum Ende des Jahres den Betrieb des Archäoparks ein. Der Archäopark Vogelherd schließt nach Auskunft von Leiterin Anika Janas am 6. November, mit dem Ende der Herbstferien in Baden-Württemberg. Eine Wiedereröffnung im Frühjahr ist nach SWR-Informationen nicht vorgesehen. Ein Teil der Angestellten hat schon die Kündigung bekommen.

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Gespräche zur Weiterfinanzierung des Parks bisher ohne Erfolg

Die Stadt reagiert mit der Schließung auf bislang gescheiterte Gespräche mit dem Land zur Finanzierung des Parks. Anfang Juli hatte sich als Lösung abgezeichnet, das Land könne als Mieter eintreten, so dass die Kosten geteilt würden. Ob es dazu kommt oder zu einer anderen Lösung, ist noch unklar.

Die Verhandlungen laufen nach Angaben des Ministeriums für Landesentwicklung noch. Eventuell komme es nach der Schließung im kommenden Winter zu einer Lösung, teilte ein Sprecher des Ministeriums dem SWR mit.

Archäopark in Niederstotzingen mit finanziellen Defiziten

In den vergangenen Jahren hat die Anlage, in der auch das berühmte rund 35.000 Jahre alte Elfenbein-Mammut zu sehen ist, ein jährliches Defizit von 300.000 Euro eingefahren. Die Stadt fordert vom Land mehr finanzielle Hilfen.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete für Aalen und Heidenheim, Leni-Breymaier, fordert das Land zum Handeln auf:

Liebes Land Baden-Württemberg, so kann man mit einem Weltkulturerbe nicht umgehen. So lässt man eine kleine Gemeinde nicht hängen. Handelt endlich. Jetzt! SWR Aktuell: Niederstotzingen: Archäopark Vogelherd vor dem Aus https://t.co/j0tpvoyQxp

Das Land sieht dagegen die Kommunen zuständig für den Unterhalt der Welterbestätten. Der Archäopark in Niederstotzingen war im Jahr 2013 eröffnet worden. Die Baukosten lagen damals bei 2,6 Millionen Euro.

Eines steht fest: Sollte der Park tatsächlich nach den Herbstferien dicht gemacht werden, gehen die wertvollen Ausstellungsstücke, nicht zuletzt das Elfenbein-Mammut, ans Land zurück, so die Leiterin des Archäoparks, Anika Janas. Wo sie dann ausgestellt werden, steht noch nicht fest.

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