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Die Ausgangssperre auf bayerischer Seite hat im württembergischen Ulm für einen Ansturm auf die Baumärkte gesorgt. Mitarbeiter sprachen von einem "Ausnahmezustand". Security regelte den Einlass die Märkte.

Während die Baumärkte in Bayern wegen der Corona-Verbote geschlossen sind, gab es am Samstag in Ulm lange Schlangen. "Die Leute kaufen alles, was es gibt. Balkonpflanzen ebenso wie Laminat und Gasflaschen" sagte eine Baumarkt-Mitarbeiterin. "Es herrscht Ausnahmezustand". Baumärkte dürfen bislang trotz der starken Einschränkungen für den Handel in Baden-Württemberg geöffnet bleiben. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord dem SWR sagte, sei eine Fahrt über die Landesgrenze noch kein Verstoß gegen die bayerischen Ausgangsbeschränkungen. In Baden-Württemberg gelten die dortigen Bestimmungen.

In einem Ulmer Baumarkt werden die Kunden gebeten, die Corona-Schutmaßnahmen zu beachten.  (Foto: SWR, Timo Staudacher)
In einem Ulmer Baumarkt werden die Kunden gebeten, die Corona-Schutmaßnahmen zu beachten. Timo Staudacher

Zahl der Kunden wird begrenzt

Ketten wie Bauhaus und Hornbach haben wegen der Ansteckungsgefahr strenge Regeln eingeführt wie Sicherheitsabstände und teilweise Spuckschutz an den Kassen. "Wir lassen nur 225 Kunden in den Markt, das Sicherheitspersonal zählt mit und passt auf", hieß es bei Bauhaus in Ulm. Bei Hornbach wird die Zahl der Kunden je nach Marktgröße auf 75 bis 100 Kunden reduziert.

Deutlich weniger besucht wegen der Ausgangsbeschränkungen war am Samstag der Wochenmarkt in Ulm (21.3.2020) (Foto: SWR, Peter Köpple)
Deutlich weniger besucht wegen der Ausgangsbeschränkungen war am Samstag der Wochenmarkt in Ulm (21.3.2020) Peter Köpple

Leere Straßen in der Innenstadt

Deutlich ruhiger lief es am Samstag in der Ulmer Innenstadt. Eine Polizeistreife hatte Posten bezogen in der Ulmer Platzgasse. Sie achtete darauf, dass es keine Menschenansammlungen gibt. Ab sofort gilt: maximal drei Menschen dürfen zusammenstehen, Gaststätten und Hotels sind geschlossen, ebenso Friseursalons, Tattoo-, Massage- oder Kosmetikstudios. Geöffnet haben nur noch Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Bäcker, Metzger, Supermärkte, Apotheken und Drogerien. Nur wenige Menschen waren zum Einkaufen in der Stadt. Auch auf dem Ulmer Wochenmarkt gab es deutlich weniger Einkäufer. Die Händler hatten Schilder aufgehängt und forderten die Kunden auf, Abstand zu halten. Die meisten hielten sich daran.

Eine Polizeistreife hat in der Ulmer Platzgasse Posten bezogen, um die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen zu kontrollieren (Foto: SWR, Bernd Schlecker)
Eine Polizeistreife hat in der Ulmer Platzgasse Posten bezogen, um die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen zu kontrollieren Bernd Schlecker

Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an

Laut Polizeipräsidium Ulm werden die Beamten unter anderem in der Stadt Ulm, im Alb-Donau-Kreis, im Kreis Heidenheim und im Kreis Biberach die Einhaltung der verschärften Ausgangsregeln kontrollieren. Zunächst wollen die Polizisten Überzeugungsarbeit leisten, hieß es. Es gebe aber auch Unbelehrbare, dort müsse man durchgreifen.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Heidenheim in der Innenstadt. (Foto: onw-images.de/Markus Brandhuber)
Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Heidenheim in der Innenstadt. Sie sollen die Verordnung der Landesregierung gegen das Coronavirus umsetzen. onw-images.de/Markus Brandhuber

Erste Strafanzeigen und Platzverweise

Die bayerische Polizei hat bereits erste Strafanzeigen und Platzverweise erteilt. Bei Kontrollen der Ausgangssperre in Günzburg, Ichenhausen und Leipheim wurden insbesondere in gastronomischen Betrieben Verstöße festgestellt. Drei Wirte erwartet nun eine Strafanzeige. In Senden (Kreis Neu-Ulm) fielen den Beamten drei Männer auf, die in einer Garage saßen und Alkohol tranken. Ihnen wurde ein Platzverweis erteilt.

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