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Von Montag an kann sich jeder in Baden-Württemberg in seiner Hausarztpraxis gegen das Coronavirus impfen lassen - theoretisch. Denn der Impfstoff ist knapp. Der Ansturm aber dürfte gewaltig werden.

Stundenlang kein Durchkommen am Telefon. Obwohl am Mittwoch die Priorisierung in den Praxen noch nicht aufgehoben war, hat zunächst kein Arzt Zeit für ein Interview. "Wir impfen am Fließband", "bei uns ist die Hölle los", "die Telefone klingeln heiß", berichten zahlreiche Sprechstundenhelferinnen.

"Ich werde auch per E-Mail bombardiert."

Das ist auch bei Allgemeinärztin Anna Tsotsoglou in Heidenheim so. Der Ansturm fange jetzt schon an, schildert sie: "Ich werde auch per E-Mail bombardiert, nicht einmal nur von meinen Patienten, sondern auch von Menschen, die einen Impfwunsch haben, weil sie verreisen wollen".

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Hausärztin Tsotsoglou will eigene Patienten zuerst impfen

Anna Tsotsoglou will aber zuerst ihre eigenen Patientinnen und Patienten impfen und dabei nach medizinischen Gesichtspunkten vorgehen, nicht nach Urlaubswünschen. Immer mehr Menschen wollen jetzt immer schneller geimpft werden, stellt auch der Vorsitzende der Kreisärzteschaft Heidenheim, Dr. Jörg Sandfort, fest. Druck und Nachfrage würden höher, sagte er dem SWR, "aber das Impfstoffangebot wird nicht größer, das ist für uns ein großes Problem". Derzeit werde im Kreis Heidenheim der Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech für die Zweitimpfungen verwendet.

Erst vor wenigen Tagen hatte auch die Kassenärztliche Vereinigung die Patienten weiter um Geduld gebeten. "Die Aufhebung der Impfpriorisierung führt nicht dazu, dass jetzt auch alle schnell geimpft werden. Dadurch stehen nicht mehr Impfstoff und auch nicht mehr Termine zur Verfügung", hatte ein Sprecher gesagt.

Corona-Impfungen: Alltag in Hausarztpraxen wird immer komplizierter

Der Alltag in den Hausarztpraxen gestalte sich immer komplizierter, denn die Vorgaben der Ständigen Impfkommission und der Politik seien nicht immer deckungsgleich und änderten sich darüber hinaus immer wieder, so Sandfort. Dadurch wachse auch die Verunsicherung bei den Patienten und die Warteschlangen würden immer länger.

Ein Hoffnungsschimmer: Ab Juni sollen laut Sozialministerium die Impfstoffmengen an die niedergelassenen Ärzte steigen, dann würden auch Betriebsärzte nach und nach in das Impfen einbezogen.

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