Sorge vor Energie-Krise hoch

Baumärkte in der Region: Heizlüfter ausverkauft, Gartenpools bleiben liegen

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AUTOR/IN
Anja Müller

Pools, Ventilatoren und Klimaanlagen sind mitten im Sommer die Ladenhüter. Das berichten Baumärkte von Ostwürttemberg bis Oberschwaben. Heizgeräte hingegen sind ausverkauft.

Die Angst vor Gas-Engpässen bewegt die Menschen. Um für einen eventuellen Gas-Stopp gewappnet zu sein und im Winter nicht frieren zu müssen, werden Heizlüfter und Öl-Radiatoren zuhause gebunkert.

Heißmacher im Hochsommer ausverkauft

Baumärkte erleben derzeit einen Ansturm auf alles, was heiß macht: Brennholz und Kaminöfen würden boomen, heißt es auf Anfrage. Strombetriebene Heizlüfter sind in einigen Geschäften sogar ausverkauft. "Es ist verrückt", so der Marktleiter eines großen Baumarktes in Schwäbisch Gmünd. Artikel wie Ventilatoren, Klimaanlagen und Gartenpools lägen wie Blei in den Regalen. Holzpellets hingegen würden mitten im Hochsommer so stark nachgefragt wie noch nie.

Pool-Angebote im Baumarkt: Heizgeräte sind im Baumarkt im Sommer ausverkauft, Gaskrise und Verbraucher sorgen vor (Foto: SWR)
In einem Baumarkt im Landkreis Günzburg stapeln sich die Gartenpools, während Heizlüfter im Hochsommer ausverkauft sind.

Hohe Brennholzpreise wegen starker Nachfrage und Lieferschwierigkeiten

Ein Problem allerdings sind die hohen Brennholzpreise: Ein Raummeter Buchenholz koste aktuell 189 Euro, so der stellvertretende Marktleiter eines Günzburger Baumarktes. Das sei im Vergleich zum Vorjahr eine Preissteigerung von fast einhundert Prozent. Ähnliches ist von einem Baumarkt in Schwäbisch Gmünd zu hören. Als Grund für die hohen Brennholzpreise nennen die Baumärkte die starke Nachfrage und Lieferschwierigkeiten. Wegen des Ukraine-Krieges fehlten viele osteuropäische Fahrer, die das Brennholz transportierten. Hinzu komme, dass generell weniger bis gar kein Holz mehr aus der Ukraine, aus Polen und Russland importiert werden könne.

Kaum noch Lagerbestände in einem Neu-Ulmer Ofenhaus

Nicht viel besser sieht es beim Thema Kaminöfen aus: Ein Ofenhaus in Neu-Ulm etwa hat mit seinen antiken und modernen Kaminöfen eigentlich im Winter Hochsaison. Nicht in diesem Jahr. Geschäftsführer Wilfried Schrem hat im Sommermonat August nur noch wenige Öfen auf Lager, neue Aufträge könne er zum Teil erst im nächsten Jahr abarbeiten. Die Hauptursache sieht Schrem in den fehlenden Kleinteilen, die oft aus dem asiatischen Raum kämen und aktuell lange Lieferzeiten hätten. Auf Werbung für sein Ofenhaus verzichtet der Inhaber im Moment. Er müsse nun erst einmal die bestehenden Aufträge erfüllen, sagt er.

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