Blumen vor der Synagoge in Ulm nach dem versuchten Brandanschlag am 4.6.2021. (Foto: SWR, Annette Schmidt)

Mutmaßlicher Täter stammt aus Ulm

Anschlag auf Ulmer Synagoge: Verdächtiger in der Türkei?

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Bei dem Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf die Ulmer Synagoge handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen 45-Jährigen aus Ulm. Er ist möglicherweise in der Türkei.

Der mutmaßliche Täter ist türkischer Staatsangehöriger. Er ist in Deutschland geboren, sein Wohnsitz war Ulm. Jetzt sucht die Staatsanwaltschaft den 45-Jährigen per Haftbefehl. Der Mann ist nach SWR-Informationen nicht vorbestraft. Die Behörde geht davon aus, dass er sich nach der Tat in die Türkei abgesetzt hat. Dort lebt seine Familie. Ein Bild in einem sozialen Netzwerk zeigt ihn angeblich, wie er in der Hafenstadt Gemlik südlich von Istanbul ein Fußballspiel schaut.

Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung

Die "Stuttgarter Nachrichten" berichten, dass er über soziale Medien in Kontakt mit mindestens zwei Männern aus dem Raum Ulm stand, die teilweise radikale anti-israelische und antisemitische Inhalte verbreitet haben.
Am Dienstag hatte die Polizei bekanntgegeben, dass sie den mutmaßlichen Brandstifter identifizieren konnte und gezielt nach ihm sucht. Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung auf Fahndungsfotos und ein Video hätten die Beamten auf die Spur gebracht. Nach dem Mann werde nun gesucht. Die Ulmer Kriminalpolizei hatte wegen des Anschlags eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Auf den Fahndungsfotos und dem Video war ein Mann in einem weißen T-Shirt zu sehen, der mit einem Linienbus in die Ulmer Innenstadt gefahren war. (Foto: Polizei Ulm)
Auf den Fahndungsfotos und dem Video war ein Mann zu sehen, der mit einem Linienbus in die Ulmer Innenstadt gefahren war. Polizei Ulm

Auf den Bildern und dem Video war ein Mann in einem weißen T-Shirt zu sehen, der mit einem Linienbus in die Ulmer Innenstadt gefahren war. Eine Kamera im Bus hatte ihn dabei gefilmt.

Vielen Dank für die Unterstützung. Wir haben einen Hinweis auf einen Tatverdächtigen. Die Fahndung wird daher zurückgenommen.

Anschlag auf Synagoge Anfang Juni

Bei dem Anschlag am Morgen des 5. Juni hatte der Täter eine Flüssigkeit an der Ulmer Synagoge ausgeschüttet und diese angezündet. Ein Zeuge verständigte die Feuerwehr, Minuten später waren die Flammen gelöscht. Verletzt wurde niemand.

Der Sachschaden beschränkte sich auf eine verrußte Fassade und eine Glasscheibe. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Brandstiftung, der Staatsschutz wurde hinzugezogen.

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