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Politikerinnen und Politiker aus der Region kritisieren den Fußballverband UEFA. Der hatte entschieden, dass die Münchner Arena zum EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben beleuchtet werden darf.

Die Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz (Grüne) hat sich im sozialen Netzwerk Twitter gemeldet. So lange die Regenbogenfarben als politisches Statement gesehen werden, bleibe noch viel zu tun, so Deligöz.

Leider ist der Fußball auch Opfer des Kapitals. Wenn es um Knete geht, stehen die Funktionäre direkt parat. Solidarität mit diskriminierten Minderheiten hingegen wird eine Absage erteilt. #Pride #Regenbogenfarben #ShameOnYouUEFA

Ihre Ulmer SPD-Kollegin Hilde Mattheis klagt, der Fußball sei leider ein Opfer des Kapitals. "Wenn es um Knete geht, stehen die Funktionäre parat. Solidarität mit diskriminierten Minderheiten hingegen wird eine Absage erteilt", so Mattheis.

Ein Regenbogen im Stadion ist eine symbolische rote Karte an die, die Anderen die Möglichkeit eines freibestimmten Lebens absprechen. Wo das zum Streitpunkt wird, aber der Pandemieschutz missachtet & vor Autokraten kapituliert wird, läuft etwas nicht rund. #GERHUN #Regenbogenfarben #UEFA

Für den Heidenheimer Andreas Stoch, SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag, ist ein Regenbogen im Stadion eine symbolische rote Karte an die, die anderen die Möglichkeit eines frei bestimmten Lebens absprechen. "Wo das zum Streitpunkt wird, aber der Pandemieschutz missachtet und vor Autokraten kapituliert wird, läuft etwas nicht rund", so Stoch.

Kienlesbergbrücke Ulm in Regenbogenfarben (Foto: SWR, Jürgen Klotz)
Jürgen Klotz

Kienlesbergbrücke in Ulm in Regenbogenfarben

Unterdessen leuchtet die Ulmer Straßenbahnbrücke am Kienlesberg seit Kurzem abends und in der Nacht in Regenbogenfarben. Weder die Stadt noch die für den Straßenbahnverkehr zuständigen Stadtwerke SWU haben nach eigenen Angaben die Aktion initiiert. Hintergrund ist vermutlich der "Pride Month". Unbekannte haben die ansonsten weiße Beleuchtung mit bunten Folien überklebt.

Am Dienstagvormittag hatte der europäische Fußballverband UEFA erklärt, dass das Stadion während des letzten Vorrundenspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben erstrahlen darf. Genau das hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zuvor im Namen des Stadtrats gefordert, um "ein Signal" zu senden.

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