Am Mittwoch ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa)

Aktionswoche mit Film und Diskussion

Flaggen in Aalen als Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

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Katja Stolle-Kranz
Katja Stolle-Kranz (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

"Frei leben ohne Gewalt" ist auf Flaggen zu lesen, die vor dem Rathaus in Aalen wehen. Anlass ist die Aktionswoche zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Die Stadt Aalen hat vor dem Rathaus Flaggen von "Terres des Femmes" gehisst, als Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Bei der Aktionswoche wird es in Aalen verschiedene Veranstaltungen geben, unter anderem einen Filmvorführung und eine Podiumsdiskussion.

"Frei leben ohne Gewalt" - Schriftzug in drei Sprachen

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist am Freitag, den 25. November. Auf den Flaggen vor dem Aalener Rathaus ist der Schriftzug dreisprachig: Die Forderung "Frei leben ohne Gewalt“ ist auf Deutsch, Türkisch und Englisch zu lesen.

Flaggen vor dem Aalener Rathaus - ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.  (Foto: Pressestelle, Stadt Aalen)
Weitere Flaggen vor dem Aalener Rathaus zeigen den Schriftzug auch auf Türkisch und Englisch. Pressestelle Stadt Aalen


Laut Mitteilung verurteilt die Stadt Aalen Missstände, die Frauen und Mädchen wiederfahren, aufs Schärfste. "Wir möchten auf die geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam machen, die Frauen erfahren, weil sie Frauen sind.", sagt Anna-Lena Mutscheller, Leiterin Stabstelle bei der Stadt Aalen. Sie hat das Programm der Aktionswoche mitgestaltet. "Jede dritte Frau in Deutschland hat bereits körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren."

Aktionswoche mit Schwerpunkt Prävention von Gewalt

Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt der Aktionswoche auf Prävention von Gewalt. Bei einer Podiumsdiskussion am Feitag im Aalener Rathaus geht es unter anderem um die Frage, welche Präventionsmaßnahmen es gibt und was die Politik unternimmt.

Außerdem ist ein Selbstverteidigungskurs für Frauen und Mädchen geplant. Es geht darum, Gefahrensituationen einzuschätzen, sich bemerkbar zu machen, Hilfe zu holen oder sich auch bewusst zur Wehr setzen zu können.

Im Kino am Kocher in Aalen wird zudem der Film "Das starke Geschlecht" gezeigt. Regisseur Jonas Rothlaender konfrontiert darin verschiedene Männer mit anonymen Statements anderer Männer zu ihren sexuellen (Grenz-)Erfahrungen und den damit verbundenen Rollenbildern.

Gewalt hat viele Gesichter

Die Stadt Aalen weist auch darauf hin, dass Gewalt im Alltag viele Gesichter habe. "Catcalling, also das Hinterherpfeifen oder Hinterherrufen, fällt beispielsweise unter verbale Gewalt, weil Frauen mit dem Gefühl von Schutzlosigkeit und Unterlegenheit zurückbleiben“, sagt Anna-Lena Mutscheller.

"Hinterherpfeifen oder Hinterherrufen fällt beispielsweise unter verbale Gewalt, weil Frauen mit dem Gefühl von Schutzlosigkeit und Unterlegenheit zurückbleiben".

Bierdeckel mit Aufdruck "Nein zu Gewalt gegen Frauen"

Auch die Soroptimistinnen vom Club Aalen/Ostwürttemberg beteiligen sich an der Aktionswoche: Sie haben gemeinsam mit weiteren Clubs Bierdeckel bedrucken lassen.

Der Slogan: "Nein zu Gewalt gegen Frauen", ist darauf zu lesen. Auf der Rückseite findet sich die Telefonnummer des deutschlandweiten Hilfetelefons.

Die Bierdeckel sollen in den nächsten Tagen und Wochen deutlich sichtbar in vielen Restaurants und Kneipen auf dem Tisch liegen, informiert der Club.

Laut Statistik gibt es jährlich bundesweit 140.000 Fälle von häuslicher Gewalt. Jeden dritten Tag werde eine Frau durch ihren Partner getötet, jede vierte Frau erlebt körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung.

Schweigemarsch gegen Gewalt

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Ostalbkreis hat für den Freitagabend um 18:30 Uhr einen Gedenk- und Schweigemarsch organisiert, der am Landratsamt in Aalen starten soll. Man wolle gemeinsam den Opfern von Gewalt gedenken, auch den mutigen Frauen im Iran oder in der Ukraine, heißt es in einer Mitteilung.

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Katja Stolle-Kranz (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)