STAND

Der CSU-Bundestagsabgeordnete für Neu-Ulm/Günzburg, Georg Nüßlein, kritisiert die Entscheidung im Bundestag zu einer moderaten Neuregelung für Organspenden. Die Ulmer SPD-Abgeordnete Mattheis begrüßt sie.

Der Bundestag hat am Donnerstag entschieden, dass die Bürger in Zukunft stärker zu einer konkreten Entscheidung zur Organspende bewegt werden sollen. Alle zehn Jahre solle jeder beim Abholen eines neuen Ausweises darauf angesprochen werden. Eine Widerspruchslösung, bei der jeder ein Spender ist, der nicht widerspricht, fiel deutlich durch.

Der Abgeordnete Nüßlein sagte im SWR, er gehe davon aus, dass man sich in kurzer Zeit wieder über das Thema werde unterhalten müssen. Die Entscheidung sei mit dem Beschluss nur verschoben. In seinem Beitrag vor dem Parlament hatte er sich am Donnerstagvormittag für die Widerspruchslösung ausgesprochen. Die Spenderzahlen gehen seit Jahren zurück, argumentierte der CSU-Politiker.

Dauer

"Die meisten von uns wollen ein Spenderorgan, wenn sie nur noch so überleben können. Das ist der Normalfall. Deshalb macht es Sinn, auch die Spendenbereitschaft zum Normalfall zu machen."

Georg Nüßlein, CSU-Bundestagsabgeordnete für Neu-Ulm/Günzburg

SPD-Abgeordneter Lange enttäuscht

Auch der SPD-Abgeordnete für Backnang und Schwäbisch Gmünd, Christian Lange, ist enttäuscht. In einer Mitteilung erklärte er, dass aus seiner Sicht mit der nun gefundenen Lösung keine Erhöhung der Spendenbereitschaft einher gehen würde.

Hilde Mattheis von der SPD: "Der richtige Weg in der Organsspende"

Langes Parteikollegin, die Ulmer SPD-Abgeordnete Hilde Mattheis, ist dagegen zufrieden mit der Entscheidung. "Wir gehen den richtigen Weg in der Organspende", erklärte sie nach dem Beschluss. Mattheis plädierte für eine rasche Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen. Beratung und Information beim Hausarzt wie auch auf den Bürgerämtern sollen verstärkt werden.

"Eine Spende muss eine Spende bleiben. Ein aktiver, freiwilliger und selbstbestimmter Akt von Menschen, die in einem Höchstmaß von Solidarität für andere Menschen etwas geben."

Hilde Mattheis, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Ulm
Dauer

Die Abgeordnete der Grünen für Aalen und Heidenheim, Margit Stumpp, erklärte, die Nöte der Wartenden dürften nicht gegen das Selbstbestimmungsrecht der Spendenden ausgespielt werden. Sie plädiere für einen Dreiklang aus besseren Strukturen, mehr Information und gut ausgebildetem Personal, um die Bereitschaft zur Organspende zu steigern.

STAND
AUTOR/IN