Zwangssterilisation und Euthanasie Erinnerung an Ulmer Opfer des NS-Regimes

Ein neues Denkmal vor dem Landgericht Ulm ist den Opfern von Euthanasie und Zwangssterilisation aus der Region gewidmet. Es soll auch an die Rolle des Gerichts zur NS-Zeit erinnern.

Das Denkmal vor dem Landgericht soll an Geschichten aus der NS-Zeit wie diese erinnern: Eine Frau bekam ein Kind. Die Mutter von damals hatte eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, eine Hasenscharte. Auch das Kind hatte diese Fehlbildung. Die Hebamme informierte das Gesundheitsamt in Ulm: Diese Mutter durfte keine Kinder mehr bekommen. So entschied damals das "Erbgesundheitsgericht" und ordnete die Sterilisation der Frau an, gegen ihren Willen.

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Das "Erbgesundheitsgericht" war im Gebäude des Landgerichts untergebracht, daher steht das Denkmal direkt neben dem Haupteingang. 1.155 Frauen aus Ulm und Umgebung sind damals Opfer von Zwangssterilisation geworden. Außerdem sind die Namen von mehr als 180 Ermordeten aus Ulm und Umgebung zu lesen - behinderte, kranke Menschen, deren Existenz als "lebensunwert" deklariert wurde. Euthanasie, guter Tod, so hieß die verharmlosende Bezeichnung der Nazis für diese Verbrechen.

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Veranstaltungen und eine Ausstellung zum Thema

Auf dem Stahlband erfahren Besucher mehr über die Hintergründe der Verbrechen und über die Opfer, so der Gestalter des Denkmals, Gerhard Braun.

Im Zusammenhang mit der Einweihung des Denkmals gibt es in den kommenden drei Monaten ein Begleitprogramm. So wird im Gerichtsgebäude eine Wanderausstellung zur Tötungsanstalt Grafeneck gezeigt. An der Volkshochschule in Ulm gibt es eine wissenschaftliche Vortragsreihe.

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