Warnung vor Ticketbörsen im Internet DFB-Pokal Ulm gegen Heidenheim: Überteuerte Tickets aufgetaucht

Eigentlich beginnt der Vorverkauf für den DFB-Pokal-Kracher Ulm gegen Heidenheim erst nächste Woche. Im Internet sind aber schon jetzt Tickets zu teilweise völlig überhöhten Preisen aufgetaucht.

Die teuersten Tickets kosteten bei einer der Plattformen am Donnerstag stolze 950 Euro für einen Sitzplatz. Normalerweise müssen Fans einen mittleren zweistelligen Betrag dafür zahlen. Es gibt auch Stehplätze für 199 Euro. Im freien Vorverkauf ab nächster Woche sind sie ab 15 Euro zu haben, so der SSV Ulm 1846 Fußball.

"Es ist noch nicht ein Ticket für das Spiel gedruckt worden."

Pressestelle SSV Ulm 1846 Fußball

Der Anbieter Viagogo sagt übrigens zu diesen Preisen auf SWR-Anfrage, die Nachfrage nach den Tickets sei eben hoch, aber diese "lächerlich hohen Preise" würde sowieso niemand bezahlen.

Bei diesen Ticketbörsen handelt es sich um Plattformen im Internet, über die unter anderem Privatleute ihre Tickets verkaufen können, wenn sie selbst nicht zu einem Fußballspiel oder einem Konzert können. Viagogo ist der bekannteste Anbieter, es gibt auch Ticketbande oder Stubhub.

Manche versuchen dort, das große Geld zu machen, indem sie Tickets von begehrten Spielen oder Konzertveranstaltungen kaufen, um sie über diese Plattformen für ein Vielfaches wieder zu verkaufen. Die Plattform kassiert dann eine Provision.

DFB-Pokal: Ulms Ardian Morina ist enttäuscht (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Stefan Puchner/dpa)
Es gibt Stehplätze für 199 Euro - im freien Vorverkauf ab nächster Woche sind sie ab 15 Euro zu haben, so der SSV Ulm 1846 Fußball (Archivbild) picture alliance/Stefan Puchner/dpa

Tickets auch für andere Veranstaltungen in Ulm

Tickets gibt es bei diesen Anbietern aber nicht nur für das DFB-Pokal-Spiel in Ulm, sondern unter anderem auch für das Schwörkonzert auf dem Münsterplatz mit der Techno Band Scooter. Die Kosten im regulären Vorverkauf liegen bei rund 59 Euro. Auf einer der Plattformen wird mit 138 Euro mehr als das Doppelte verlangt.

"Dem Erwerber ist es insbesondere untersagt, (...) im Rahmen einer privaten Weitergabe Artikel/Karten im Vergleich zu einem gegenüber dem Originalpreis erhöhten Preis zu veräußern."

Allgem. Geschäftsbedingungen 1. FC Heidenheim

Grundsätzlich sind diese Plattformen legal. Allerdings verbieten Vereine wie der 1. FC Heidenheim in ihren Geschäftsbedingungen, dass Fans die Karten für die Spiele teurer weiterverkaufen - wie es heißt, um das soziale Preisgefüge aufrecht zu erhalten. Wer trotzdem Tickets überteuert verkauft, riskiert vom Verein eine Strafe von 2.500 Euro. Auf Nachfrage räumt der FCH allerdings ein, diese Strafe bisher noch nie ausgesprochen zu haben.

Das Donaustadion in Ulm  (Foto: SWR)
Die teuersten Tickets für das Spiel im Donaustadion kosteten bei einer der Plattformen am Donnerstag stolze 950 Euro (Archivbild)

Der Verein warnt seine Fans vor diesen Portalen und hat nach eigenen Angaben "derartige Anbieter kontaktiert und auf ihren Verstoß gegen unsere Geschäftsbedingungen hingewiesen". Offenbar aber ohne Erfolg.

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