Landgericht Ulm Videokonferenz im Mordprozess

Im Prozess um einen Mord aus Blutrache bei Erbach (Alb-Donau-Kreis) ist am Mittwoch ein Onkel des Opfers in Albanien vernommen worden. Dazu gab es eine Videokonferenz mit dem Zeugen.

Der Mann hatte sitzt in Albanien selbst im Gefängnis und hatte von dort aus der Polizei Informationen gegeben. Diese Hinweise deuteten auf den mutmaßlichen Täter, der inzwischen angeklagt ist, so ein Sprecher des Landgerichtes Ulm.

Möglicherweise weitere Befragung

Woher der Befragte die Informationen hatte, habe er während der Zeugenaussage nicht preisgeben wollen. Die Verteidigung will nun überlegen, ob sie den Mann ein zweites Mal befragen muss.

In dem Prozess ist ein Mann angeklagt, einen Mord aus Blutrache begangen zu haben. Er soll einen 19-jährigen Mann im vergangenen Jahr mit einem Hammer erschlagen und in einem Anglersee in Erbach im Alb-Donau-Kreis versenkt haben. Der angeklagte 46-jährige Mann ist laut Zeitungsberichten früher ein Schwager des Zeugen gewesen.

Verschneite Treppen führen zum Landgericht Ulm, Löwen vor der Fassade schmücken das Gebäude (Foto: SWR, Carola Kührig-Schlecker)
Das Landgericht in Ulm Carola Kührig-Schlecker

Familienstreit als Motiv

Als Motiv sieht die Anklage eine Familienfehde. Zum Prozessauftakt im April vergangenes Jahr hatte der Angeklagte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Tat bei Erbach soll ein Racheakt für eine andere Tat sein, die bereits 18 Jahre zurückliegt und in Albanien verübt wurde. Der Zeuge in Albanien will nach eigenen Angaben die Blutfehde selbst durch einen Mord vor Jahren ausgelöst haben.

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