Millionenstreit Erwin Müller gegen Sarasin-Bank Ulmer Drogerieunternehmer bekommt Recht

Der Ulmer Drogerieunternehmer Müller hat eine weitere Runde im Streit um hochriskante Anlagen gewonnen. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat am Freitag das Urteil verkündet.

Die Berufungsklage der Schweizer Bank Sarasin wurde zurückgewiesen. Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) bestätigte damit am Freitag ein Urteil des Landgerichts Ulm vom Mai vorigen Jahres. Die Privatbank muss demnach rund 45 Millionen Euro Schadenersatz an den Ulmer Großunternehmer zahlen. Auch die Anwaltskosten erhält Müller zurück.

Prozessakten liegen im Landgericht auf einem Tisch. Der Drogerieunternehmers Erwin Müller klagte gegen die Schweizerische Privatbank J. Safra Sarasin wegen Finanzgeschäften (Foto: picture-alliance / dpa, Stefan Puchner)
Ulmer Drogerieunternehmer Müller gewinnt vor OLG Stefan Puchner

Der Streit zwischen dem Milliardär aus Ulm und der Privatbank aus Basel zog sich bereits rund fünf Jahre. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Ob die Bank Revision einglegen wird, ist noch nicht bekannt.

Beratungspflichten verletzt

Müller hatte bei der Privatbank Anteile an einem Luxemburger Fonds erworben, der laut OLG hochriskant und steuerlich umstritten ist. In Zusammenhang mit diesem Anlagemodell wird bereits gegen einen Mitarbeiter der Bank ermittelt. Die Privatbank habe den Drogerieunternehmer nicht ausreichend beraten. Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung des OLG, "die Bank habe den Fonds nicht hinreichend mit banküblichem kritischen Sachverstand ... geprüft".

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