Landgericht Ellwangen verhandelt gegen Vater und seine Söhne Weiteres Geständnis im Prozess um drei Morde in Sontheim

Im Ellwanger Prozess um drei Morde in Sontheim an der Brenz im Kreis Heidenheim hat einer der angeklagten Söhne ein weiteres Geständnis abgelegt. Es geht um den jüngsten Mord 2019.

Der 33-jährige, ältere Sohn des Hauptangeklagten schilderte am Donnerstagnachmittag die Ermordung eines Geschäftsmanns im Mai 2019. Er und sein Vater hätten den 59-Jährigen in einen Rohbau in Sontheim gelockt, gefesselt und erdrosselt.

Angeklagter vor Gericht mit Buchdeckel vor Gesicht (Foto: SWR, Hendrik Zorn)
Der Vater soll alle drei Morde geplant und teilweise gemeinsam mit seinen Söhnen ausgeführt haben Hendrik Zorn

Habgier als Motiv

Das Motiv war laut Anklage Habgier, weil der Vater so in den Besitz eines Grundstücks des Opfers kommen wollte. Ermittler fanden im Garten der Familie Leichenteile des Mannes. Damit kam der Fall ins Rollen. Es wurde bekannt, dass 2008 bereits der Ehemann der Tochter und 2014 dann auch ihr Lebensgefährte ermordet worden waren.

Prozessbeginn wegen dreifachen Mordes vor dem Landgericht Ellwangen (Foto: SWR)
Im Prozess vor dem Landgericht Ellwangen hat der ältere Sohn seine Beteiligung an zwei Morden gestanden

Missbrauch in der Kindheit

Auch die Tochter war am Donnerstag als Zeugin gehört worden. Unter Tränen erzählte sie, dass sie in der Kindheit von ihrem Vater missbraucht worden sei. Die Kinder seien gnadenlos zu bedingungslosem Gehorsam erzogen und mit Gürtel und Schlauch geschlagen worden.

Zu Falschaussagen gezwungen

Der Vater habe sie zu Falschaussagen gegenüber der Polizei gezwungen, nachdem ihr Ehemann verschwunden war. Von den Morden habe sie nichts gewusst. Der Vater habe der Familie erzählt, der Ehemann sei in die Türkei abgehauen, sagte einer der Söhne vor Gericht aus. Der spätere Lebensgefährte sei von Kumpels abgeholt worden und vermutlich in Afrika. Dem Vater habe man nicht widersprochen und auch nicht nachgefragt.

Morde an den Partnern der Tochter

Der 33-jährige Sohn hatte bereits am ersten Prozesstag seine Beteiligung an der Ermordung des Lebensgefährten seiner Schwester im Jahr 2014 gestanden. Das Opfer sei erdrosselt, zersägt und die Leichenteile in Sizilien, der Heimat des Vaters, entsorgt worden. Motiv war laut seiner Aussage, dass der Mann seine Schwester und auch deren zwei Kinder misshandelte. Sein Vater schweigt bisher zu allen Vorwürfen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Leichen zersägt

Alle drei Opfer wurden laut Anklage erwürgt oder erdrosselt, zwei der Leichen zerlegt und verscharrt. Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig. Von dem ersten Opfer fehlt nach wie vor jede Spur, von den anderen beiden wurden nur Leichenteile gefunden.

STAND