Das Forschungsschiff Polarstern startet in Richtung Nordpol (Foto: Alfred Wegener Institut)

Überleben im Packeis Bergführer aus Blaubeuren bei "Polarstern"-Expedition

Wie überlebt man in der Arktis? Die Mannschaft des Forschungsschiffes "Polarstern" will am Freitag Richtung Nordpol starten. Ausgebildet wurde sie von einem Bergführer aus Blaubeuren.

Es ist eine der größten Expeditionen in die Arktis: Der Forschungseisbrecher "Polarstern" soll am Freitag in Tromsö im Norden Norwegens starten.

Minus 45 Grad und keine Sonne

Am Nordpol fallen die Temperaturen schon mal 45 Grad unter den Gefrierpunkt. Tagelang scheint keine Sonne, Schneestürme sind nicht selten, und auch Eisbären gibt es.

Eisbären suchen auch in Forschungscamps nach Essen.  (Foto: SWR, SWR -)
Eisbären suchen auch in Forschungscamps nach Essen (Archivbild) SWR -

Damit müssen die rund 600 Expeditionsteilnehmer aus fast 20 Ländern klar kommen. Hans Honold aus Blaubeuren ist mit dabei. Er ist Bergschulleiter beim Blauberer Unternehmen Alpine Welten und hat die Polarforscher für ihren Aufenthalt im ewigen Eis vorbereitet.

Das Forschungsschiff "Polarstern" des Alfred-Wegener-Instituts für Meeres- und Polarforschung in Bremerhaven trifft im Eis der Antarktis ein (Archivbild) (Foto: dpa Bildfunk, dpa - Bildfunk Foto: Carmen Jaspersen)
Das Forschungsschiff "Polarstern" des Alfred-Wegener-Instituts für Meeres- und Polarforschung in Bremerhaven trifft im Eis der Antarktis ein (Archivbild) dpa - Bildfunk Foto: Carmen Jaspersen

Die Polarstern soll monatelang eingefroren im Packeis driften. Die Crew um Hans Honold wird auch vor Ort für die Sicherheit auf dem Eis sorgen. So begleitet sie beispielsweise die Forscher bei den einzelnen Expeditionen.

Außerdem will sie einen Sicherheitsbereich errichten, der die Mannschaft vor Polarbären schützt.

Klimawandel im Fokus

Bei der Expedition geht es um Klimaforschung. Die Forscher wollen unter anderem bei Langzeitmessungen im Schnee und im Eis erfahren, warum der Klimawandel in der Arktis besonders schnell voranschreitet. Zunächst muss der Forschungseisbrecher aber erstmal rechtzeitig ankommen.

"Es wird ein Wettlauf mit der hereinbrechenden Polarnacht, denn wir müssen erstmal Eis finden, das geeignet ist, um uns da in der Umgebung einfrieren zu lassen. Dann folgt der Aufbau des gewaltigen Equipments, der Messinstrumente, die wir auf das Eis in einem Forschungscamp neben der Polarstern aufbauen wollen. Dazu brauchen wir dringend Tageslicht."

Expeditionsleiter Markus Rex

Hans Honold wird voraussichtlich bis Ende des Jahres auf der "Polarstern" bleiben. Er rechnet damit, dass er Mitte Dezember abgelöst wird.

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