Staatsanwaltschaft Stuttgart Nach Fackelwurf auf Roma in Erbach: Fünf Männer angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen fünf Männer erhoben, die in Erbach (Alb-Donau-Kreis) einen Brandanschlag auf eine Roma-Familie verübt haben sollen. Die Ermittler werfen ihnen versuchten Mord vor.

Die Tatverdächtigen im Alter zwischen 17 und 20 sollen Ende Mai eine brennende Fackel auf den Wohnwagen der Familie geworfen haben, der auf einer Wiese in Erbach stand. In dem Wohnwagen schliefen eine Frau und ihr neun Monate alter Säugling. Die Fackel verfehlte den Wagen nur knapp. Mutter und Kind blieben unverletzt.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen fünf Männer erhoben, die in Erbach (Alb-Donau-Kreis) einen Brandanschlag auf eine Roma-Familie verübt haben sollen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Bernd Weißbrod/dpa)
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen fünf Männer erhoben, die in Erbach (Alb-Donau-Kreis) einen Brandanschlag auf eine Roma-Familie verübt haben sollen (Symbolbild). picture alliance/Bernd Weißbrod/dpa

Rassistisches Motiv kann nicht ausgeschlossen werden

Laut Staatsanwaltschaft sollen die jungen Männer zumindest billigend in Kauf genommen haben, dass Menschen im Wohnwagen sind und durch den Brand ums Leben kommen könnten. Zudem könne ein rassistisches Motiv nicht ausgeschlossen werden. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ist bei möglichen politischen Motiven zuständig und hatte die Ermittlungen übernommen.

Die Beschuldigten waren im Juli festgenommen worden. Der Jüngste von ihnen war zur Tatzeit noch 17 Jahre alt, sein Haftbefehl wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

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