Einhorn-Tunnel in Schwäbisch Gmünd Blitzer monatelang falsch eingestellt

Ein Blitzer im Schwäbisch Gmünder Einhorntunnel war monatelang falsch eingestellt. Und die Stadt will den vermeintlichen Verkehrssündern das bezahlte Bußgeld nicht rückerstatten.

Bis zu 4.000 Lkw-Fahrer könnten zu Unrecht einen Bußgeldbescheid bekommen haben. Zwischen Februar und Juli hatte der Blitzer am westlichen Tunneleingang Lkw schon ab 60 Stundenkilometern geblitzt. Obwohl dort eigentlich Tempo 80 erlaubt ist.

Blick in den Einhorn-Tunnel aufgenommen am 25.11.2013 in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) kurz vor der Verkehrsfreigabe. Nach jahrzehntelanger Planung ist in Schwäbisch Gmünd die teuerste Ortsumfahrung Deutschlands (Foto: picture-alliance / dpa)
Der Einhorntunnel kurz vor seiner Verkehrsfreigabe im Jahr 2013 (Archivbild)

Die Stadt hatte in diesem Zeitraum tausende Verfahren gegen vermeintliche Temposünder eingeleitet. 800 davon waren sogar mit Punkten in Flensburg verbunden. Die Stadt will nun Tempo-60-Schilder an der entsprechenden Stelle am Tunneleingang aufstellen, damit man dort tatsächlich nur noch 60 fahren darf.

Lkw-Fahrer klagte

Einem Lkw-Fahrer war aufgefallen, dass am Tunneleingang aus Richtung Stuttgart die Fahrspuren auf einem kurzen Stück mit einer Betonwand voneinander getrennt sind. Das bedeutet per Gesetz, dass man hier 80 fahren darf. Der Blitzer dort löste jedoch von Februar bis Ende Juli schon bei Geschwindigkeiten von über 60 Stundenkilometern aus. Der Mann klagte und wandte sich an das Bundesverkehrsministerium - und bekam recht.

Wer die verschickten Bußgeldbescheide bezahlt hat, bekommt sein Geld wohl nicht zurück. Mit der Zahlung habe man den Vorwurf automatisch anerkannt, so die Stadt.

Stadt bedauert Vorfall

Die Stadt Schwäbisch Gmünd bedauert die zu Unrecht erhobenen Verwarnungen wegen Geschwindigkeitsübertretung. Man habe in der Sache falsch gelegen, sagte ein Sprecher am Donnerstag dem SWR.

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