Riskante Fahrt durch halb Europa Hilfeschreie unterm Bus auf der A8 bei Elchingen

Zwei Algerier sind als blinde Passagiere unter einem Bus von Bosnien bis nach Oberelchingen im Kreis Neu-Ulm gefahren. Dort endete ihre riskante Fahrt am Donnerstag auf einem Parkplatz an der A8.

Der Bus war in Tuzla in Bosnien gestartet und durch Kroatien, Slowenien und Österreich gefahren. Bei einem Zwischenstopp auf einem Autobahnparkplatz bei Oberelchingen (Kreis Neu-Ulm) hörten die Busfahrer plötzlich Hilfeschreie aus einem Hohlraum unter dem Bus. Über den Hinterachsen hatten sich die 23 und 30 Jahre alten Männer aus Algerien mit einem Brett, Schlafsack und Reiseproviant versteckt. Nach gut 16 Stunden Fahrt krochen sie rußgeschwärzt und geschwächt hervor, aus Angst, bei der Weiterfahrt herauszufallen und überrollt zu werden.

Auf einem Autobahnparkplatz an der A8 bei Oberelchingen endete für zwei Algerier die riskante Fahrt unter einem Bus durch halb Europa (Foto: dpa Bildfunk, Stefan Puchner)
Auf einem Autobahnparkplatz an der A8 bei Oberelchingen endete für zwei Algerier die riskante Fahrt unter einem Bus durch halb Europa Stefan Puchner

Flüchtlinge wollten in ihrem Versteck bis Belgien fahren

Nach ihrer Aussage wollte die Männer in ihrem Versteck bis nach Belgien fahren. Die Ehefrau von einem der Männer lebe dort. Sie wollten deshalb dort Asyl beantragen. Nach dem vorläufigen Ende ihrer Reise wurden die beiden Männer in eine deutsche Erstaufnahmeeinrichtung gebracht.

Busfahrer zunächst als mutmaßliche Schleuser festgenommen

Die bosnischen Busfahrer im Alter von 52 und 59 Jahren, die abwechselnd von Tuzla bis Oberelchingen gefahren waren, wurden zunächst festgenommen. Die Polizei verdächtigte sie, an der Schleusung der Algerier beteiligt gewesen zu sein. Die Busfahrer konnten jedoch glaubhaft versichern, dass sie nichts von der lebenden Fracht unter ihrem Fahrzeug gewusst hatten, so die Polizei.

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