Das Krankenhaus in Riedlingen (Foto: Thomas Warnack)

Überraschende Entscheidung von Klinikbetreiber Sana Fassungslosigkeit in Riedlingen über Krankenhausschließung

Nachdem der Klinikbetreiber Sana bekanntgegeben hat, das Krankenhaus in Riedlingen im Kreis Biberach demnächst zu schließen, ist die Betroffenheit in der Stadt groß.

Die Riedlinger Bürgerinitiative zur Erhaltung des Klinikums fühlt sich hintergangen. Sie hatte zusammen mit Kreis und Stadt Ideen entwickelt, wie das Krankenhaus erhalten werden kann. Der Klinikbetreiber Sana hatte mehrfach betont, sich darum zu kümmern, so Axel Henle von der Bürgerintiative.

Bürgermeister erhebt Vorwürfe gegen Sana

Seit der Übernahme durch Sana war das Krankenhaus kontinuierlich geschrumpft, von hundert auf zuletzt etwa 30 Betten. Was Sana mit dem Kreis Biberach und der Stadt Riedlingen gemacht habe, sei unfair, so der Riedlinger Bürgermeister Marcus Schafft. Sana habe alle in dem Glauben gelassen, das Krankenhaus werde eine Chance bekommen.

Landrat am Wochenende fassungslos

Als die Pläne vergangene Woche bekannt wurden, hatte sich der Biberacher Landrat Heiko Schmid fassungslos gezeigt. Der Klinikbetreiber Sana sei eigentlich dazu verpflichtet, das Krankenhaus weiter zu führen, bis das Haupthaus in Biberach in Betrieb genommen werden kann - nämlich Ende 2020. Nun soll das Riedlinger Krankenhaus aber schon Ende Juni kommenden Jahres schließen. 90 Mitarbeiter sind betroffen.

Dauer

Auch in Weingarten nur noch ambulante Angebote

Die Kliniklandschaft in Oberschwaben ist derzeit im Umbruch. Auch das Krankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten wird in seiner jetzigen Form bald nicht mehr bestehen. Die Leitung der Oberschwabenklinik in Ravensburg, kurz OSK, stellt sich daher darauf ein, mehr Patienten aufzunehmen.

OSK erwartet mehr Patienten

Derzeit analysiere man die Patientenzahlen aus Weingarten, so ein Sprecher der OSK gegenüber dem SWR. Die Frage sei, wie viele Patienten von Weingarten nach Ravensburg, Wangen im Allgäu und Bad Waldsee verteilt werden könnten. Die Schließung der Geburtshilfe und der Notaufnahme in Weingarten könnten sich vor allem auf das Krankenhaus in Ravensburg auswirken.

STAND