Reaktion auf Russland-Politik Militärkommando in Ulm ist NATO-Dienststelle

Das Militärkommando für schnelle Truppen- und Materialtransporte in Ulm hat am Dienstag offiziell den Status einer NATO-Dienststelle erhalten. Für die Feierlichkeiten reisten Vertreter aller NATO-Staaten an.

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Seit Dienstag ist die bisherige Bundeswehr-Dienststelle offizielles NATO-Kommando. Der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Vizeadmiral Joachim Rühle, hat dem Kommando eine erste Einsatzbefähigung erteilt. Damit ist laut Rühle ein Meilenstein bei der Stärkung der Kommando- und Streitkräftestruktur des Nordatlantischen Bündnisses erreicht. Für das feierliche Ereignis waren Vertreter aus 20 Nato-Staaten nach Ulm gekommen, darunter 31 Generäle.

Internationale Fahnen vor der Wilhelmsburgkaserne in Ulm, multinationales Logistikkommando der NATO (Foto: SWR)
In der Wilhelmsburgkaserne in Ulm trafen sich am Dienstag Vertreter aller NATO-Staaten (Archivbild)

Die Einrichtung des Kommandos für Truppen- und Materialtransporte (JSEC) in Ulm war 2018 auf Vorschlag der Bundesregierung von den NATO-Verteidigungsministern beschlossen worden. Deutschland leiste damit einen wichtigen Beitrag für die Verteidigungsfähigkeit der Allianz, sagte Rühle.

NATO reagiert auf aggressiv wahrgenommene Politik Russlands

160 Beschäftigte sind in Friedenszeiten in der Wilhelmsburg-Kaserne stationiert, im Krisenfall werden sie auf bis zu 600 aufgestockt - dann jeweils zur Hälfte aus Deutschland und den anderen NATO-Staaten. Das JSEC soll mit einem ebenfalls im Aufbau befindlichen NATO-Kommando in Norfolk (im US-Bundesstaat Virginia) kooperieren. Dabei werde Norfolk für rasche Truppen- und Materialverlegungen über den Atlantik zuständig sein, Ulm für die gleiche Aufgabe in Europa, erläuterte der JSEC-Befehlshaber Generalleutnant Jürgen Knappe.

Die NATO reagiert mit dem Unterstützungskommando auf eine als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands, etwa die Unterstützung pro-russischer Separatisten in der Ukraine und die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim. Im kommenden Jahr wird es ausgiebig erprobt, voll einsatzfähig soll es im Oktober 2021 sein.

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