Prozess wird vermutlich neu aufgerollt Berufung gegen Urteil im Schweinemastskandal von Merklingen

Der Prozess um den Schweinemastskandal in Merklingen (Alb-Donau-Kreis) wird voraussichtlich neu aufgerollt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Dies bestätigte ein Sprecher des Amtsgerichts Ulm dem SWR am Freitag. Das Urteil - drei Jahre Haft für den Merklinger Schweinezüchter wegen Tierquälerei - war deutlich höher ausgefallen als von der Staatsanwaltschaft beantragt. Diese hatte eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert.

Schweine im Stall (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Schweine haben sowieso schon wenig Platz im Stall, in dem Mastbetrieb in Merklingen waren sie nicht artgerecht untergebracht (Sujetbild) Picture Alliance

Staatsanwaltschaft: Urteil gegen Schweinezüchter zu hoch

Dass nun die Staatsanwaltschaft in Berufung geht, weil sie das Urteil von drei Jahren Gefängnis für zu hoch hält, ist eher ungewöhnlich. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte dem SWR, man habe darauf zu achten, dass das Strafmaß der Tat und der Schuld angemessen sei. Man habe nun Rechtsmittel eingelegt und wolle die schriftliche Urteilsbegründung des Gerichts prüfen.

Katastrophale Zustände im Schweinestall

Der Antrag von der Verteidigung auf Berufung ging am Freitagmorgen beim Gericht ein. Der Angeklagte soll wegen katastrophaler Zustände in seinen Ställen in Merklingen für den Tod von Hunderten von Schweinen verantwortlich sein.

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