Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand (Foto: picture-alliance / dpa, David-Wolfgang Ebener)

Prozess vor dem Amtsgericht Aalen Mutter soll Sohn missbraucht haben

Am Amtsgericht Aalen läuft derzeit ein Prozess gegen eine 42-jährige Frau. Sie soll ihren Sohn sexuell missbraucht haben. Es ging auch um die Frage, ob die beiden ein gemeinsames Kind haben.

Der Staatsanwalt hatte am Donnerstag die Frage aufgeworfen, ob der heute 18-Jährige der Vater seines Halbbruders sein könnte. Der Junge ist heute fünf Jahre alt.

Ein mit dem Missbrauchsfall betrauter Mitarbeiter des Landratsamtes sagte, das Jugendamt habe die fraglichen Zeiträume untersucht und sei zu dem Schluss gekommen, dass der 18-Jährige nicht als Vater des Jungen in Frage komme.

Ein Schild mit der Aufschrift Amtsgericht Aalen (Foto: SWR, Frank Polifke)
Eine 42-jährige Frau steht vor dem Amtsgericht Aalen, weil sie ihren Sohn sexuell missbraucht haben soll Frank Polifke

Staatsanwaltschaft fordert weitere Nachforschungen

Der Staatsanwalt forderte am Donnerstag, die Frage der möglichen Vaterschaft noch weiter zu klären. Ein Vaterschaftstest ist bislang nicht gemacht worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft der heute 42-jährigen Frau aus Aalen vor, ihren Sohn sowohl als Kleinkind als auch im Alter von zwölf Jahren missbraucht zu haben. Das sagte der 18-jährige Sohn auch in einem Video, das ein Ellwanger Richter vor zwei Jahren bei einer Vernehmung aufgenommen hatte. Teilweise habe die Mutter ihren Sohn bei den sexuellen Übergriffen am Bett festgebunden.

Die Angeklagte äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen, ihr Anwalt wies die Anschuldigungen zurück. Bei der Polizei hatte sie zu Protokoll gegeben, die Anzeige gegen sie sei ein "Racheakt" des Pflegevaters. Sie sei lesbisch und habe kein Interesse an Sex mit männlichen Personen.

Der Sohn wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Beisein eines psychologischen Prozessbegleiters befragt. Der Prozess wird am kommenden Donnerstag fortgesetzt.

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