Proteinstruktur im Gehirn identifiziert Ulmer Forscher mit neuen Erkenntnissen zu Alzheimer

In der Erforschung von Alzheimer sind Wissenschaftler der Universität Ulm einen Schritt weitergekommen. Sie haben Eiweißfasern untersucht, die die Krankheit womöglich auslösen.

Dass Alzheimer durch Proteinablagerungen im Gehirn entsteht, ist seit vielen Jahren bekannt. Allerdings war die genaue Beschaffenheit dieser Proteine bislang unbekannt. Deshalb behalf man sich bei der Erforschung von Medikamenten gegen Alzheimer mit Vermutungen und Modellen. Das Forscherteam der Uni Ulm konnte nun nach eigenen Angaben in Hirnproben von erkrankten Menschen ein solches Protein identifizieren und präzise darstellen.

Eiweißstrukturen als Moleküle dargestellt (Foto: Pressestelle, Pressestelle Universität)
Ulmer Forscher haben Proteinstrukturen im Gehirn identifiziert, die für Alzheimer verantwortlich sein könnten (Visualisierung der Universität Ulm) Pressestelle Pressestelle Universität

Beteiligt waren auch Forschungsgruppen in Tübingen, Halle und San Diego. Sie untersuchten Gewebeproben von drei Patienten, bei denen jeweils die gleichen Strukturen gefunden wurden. Die Erkenntnis: Die Proteinablagerungen im Gehirn, die Faserklumpen aus den sogenannten Fibrillen, sehen ganz anders aus als bisher angenommen.

Gehirn von einem gesunden und einem Alzheimer-Patienten (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Im Gehirn sind deutliche Unterschiede zwischen einen Gesunden (links) und einem Alzheimerpatienten zu erkennen (Archivbild) Picture Alliance

Ziel: bessere Medikamente gegen Alzheimer

In einem nächsten Schritt müsse nun untersucht werden, wie die Wissenschaft solche Strukturen im Reagenzglas erzeugen könne, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Ulm. Außerdem müsse sich erweisen, ob die Erkenntnis auch für die Entwicklung von neuen Medikamenten gegen Alzheimer genutzt werden könne.

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