Kunstverein zeigt "Pallas Athene" Rembrandts Haushaltsgehilfin in Aalen

In der Galerie des Kunstvereins Aalen ist ein verschollen geglaubtes Gemälde von Rembrandt zu sehen. Das Bild "Pallas Athene" war vor 50 Jahren letztmals erwähnt worden.

Ein Sofa lädt zum Verweilen. Gegenüber im schweren, goldverzierten Rahmen hängt das Schmuckstück der Ausstellung mit dem Titel "Lehrer Rembrandt - Lehrer Sumowski".

"Es ist eine schöne junge Frau und in die war er sicher auch verliebt. Und die stellt er in dieser Eigenschaft als Göttin dar."

Artur Elmer, Vorsitzender des Aalener Kunstvereins
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Die Göttin der Weisheit, das nachdenkliche Gesicht einer jungen Frau unter einem schweren Helm. Licht spiegelt sich auf Helm und Brustpanzer:

"Im Gesicht selber, da taucht dieses Licht auf. Und hüllt diese junge Frau in ein sehr sanftes, weiches Licht. Und das wird gesteigert durch diese sehr, sehr männliche, kriegerische Umgebung von Schwert und Helm."

Artur Elmer

Artur Elmer schwärmt von dieser kleinen Sensation, die da an festen Haken vor der roten Wand hängt und immer mit einem anderen Rembrandt verwechselt wird:

"Das ist aber insofern falsch, als das Bild in Lissabon den jungen Titus darstellt. Und hier in diesem Bild, da hat Rembrandt seine Lebensgefährtin, die Hendrikje Stoffels, als Modell verwendet. Das ist die Pallas Athene."

Artur Elmer

Dass so eine Rarität nach Aalen kommt, geht nicht ohne persönliche Beziehungen. Elmer freut sich und ist dankbar, dass die Sammler die Bilder zur Verfügung gestellt haben.

Kleine Kostbarkeiten finden sich in den anderen Räumen. Ein Bettler in Lumpen zum Beispiel, gezeichnet von Rembrandt.

"Zeichnungen sind natürlich etwas ganz Kostbares. Weil sie die Handschrift des Künstlers zeigen. Und solche Zeichnungen tauchen natürlich meistens in großen Häusern auf, in außergewöhnlichen Ausstellungen, in außergewöhnlichen Konstellationen."

Artur Elmer

Eine anderes Ölbild zeigt einen leuchtend hellen Ort vor einem heraufziehendem Unwetter, auf der anderen Talseite zwei Menschen unter einem sturmgepeitschen Baum. Signiert mit "Rembrandt". Oder doch das Werk eines Schülers?

"Das weiß niemand genau. Wir wissen manchmal nicht: 'Hat jetzt der Meister selber das signiert? Oder hat sein Schüler oder sein Mitarbeiter im Namen des Meisters dessen Unterschrift da drunter gesetzt? Denn Rembrandt war natürlich die große Nummer."

Artur Elmer

Doch in Aalen geht es auch um das Wirken und die Schüler des Rembrandt-Forschers Werner Sumowski. Er war derjenige, der das Bild "Pallas Athene" vor 50 Jahren letztmals erwähnt hat. Jetzt kann man "Pallas Athene" wieder betrachten. Den Blick erwidert sie allerdings nicht.

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