Verteidiger erkrankt Prozess um Raubmord in Ulm erneut vertagt

Ein Anwalt konnte laut einer Sprecherin am Mittwoch nicht an der Verhandlung vor dem Ulmer Landgericht teilnehmen. Der Prozess wurde jetzt auf Mitte September vertagt.

Ursprünglich war geplant, dass die Verteidigung der angeklagten Frau im Prozess wegen Mordes bei einem Einbruch am Ulmer Eselsberg am Mittwoch plädiert. Der Anwalt war aber verhindert, nun soll das Plädoyer Mitte September gesprochen werden.

Unterschiedliche Betrachtungsweisen

Die Staatsanwaltschaft hatte für die mitangeklagte Frau wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung sieben Jahre Haft gefordert. Der Hauptangeklagte und Ehemann der Frau soll nach Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang ins Gefängnis.

Nach Ansicht der Verteidigung war der Mann bei dem Überfall gar nicht vor Ort. Sie hatte deshalb auf knapp zwei Jahre Haft für den Hauptangeklagten plädiert.

Die Verteidigung hatte vor einer Woche neue Gutachten zu DNA-Spuren verlangt, die den zur Tatzeit 39-jährigen Hauptangeklagten und seine 46-jährige Frau entlasten sollten.

Zwei Angeklagte und ihre Übersetzerin auf der Anklagebank (Foto: SWR, Jürgen Klotz)
Die beiden Angeklagten zum Auftakt des Prozesses im Oktober 2018 (Archivbild) Jürgen Klotz

An dem Verbrechen am Dreikönigstag 2018 sollen außer dem Ehepaar zwei weitere Komplizen beteiligt gewesen sein. Ein Mann, der in Israel in Haft sitzt und ein weiterer Mann, der zur Zeit wegen Drogendelikten in Georgien inhaftiert ist.

Prozess um Mord am Eselsberg hat im Oktober 2018 begonnen

Der Prozess um den Mord an einem 59-jährigen Mann aus Ulm hatte vor zehn Monaten begonnen. Angeklagt ist ein Ehepaar. Die Frau soll im Auto gewartet haben, während ihr Mann zusammen mit zwei Komplizen in das Haus am Ulmer Eselsberg eingedrungen sei, um Schmuck und Bargeld zu stehlen.

Wohnhaus am Ulmer Eselsberg (Foto: z-media)
Die Tat geschah bei einem Einbruch in ein Wohnhaus am Ulmer Eselsberg (Archivbild) z-media

Laut Anklage wurden die Täter von dem 59-jährigen Bewohner überrascht, der mit seiner 91-jährigen Mutter in dem Haus lebte. Die Täter schlugen den Mann nieder, knebelten ihn; er starb an den Folgen.

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