Kerzen und ein Zettel mit einer Beileidsbekundung  (Foto: SWR)

Große Betroffenheit nach Todesfall beim Ulmer Einstein-Marathon "Wir sind unendlich traurig"

Nach dem Tod eines 30-jährigen Läufers beim Einstein-Marathon am Sonntag in Ulm ist die Betroffenheit beim Veranstalter groß. SWR-Reporter Peter Köpple hat mit dem Organisator Markus Ebner gesprochen.

Peter Köpple: Wie tief sitzt der Schock?

Markus Ebner: Das ist natürlich bitter, bei all dem, was funktioniert hat, bei den vielen strahlenden Gesichtern, dass jetzt ein Schatten über der Veranstaltung liegt, der uns sicherlich auch noch eine Weile begleitet. Aber in erster Linie geht's natürlich um die Familie. Die tut uns unendlich leid, die ja mit dabei war, als es passiert ist. Da kann man nichts mehr zurückholen.

Peter Köpple: Handelt es sich bei dem jungen Mann um einen Ulmer oder kommt er von außerhalb?

Markus Ebner: Das wissen wir nicht. Wir wissen nur vom Roten Deutschen Kreuz, dass er 30 Jahre alt war. Persönliche Sachen wissen wir nicht.

Peter Köpple: Sie waren unmittelbar dabei und haben es mit erlebt oder?

Markus Ebner: Ich war dabei, als dann die Teilnehmer ins Ziel gelaufen sind und sagten, sie bräuchten einen Sanitäter. Ich bin dann mit dem Sanitäter wieder zurück zu dem Platz, wo das passiert ist. Und dann hieß es gleich, dass ein Reanimationsarzt kommen muss. Und innerhalb einer Minute waren Sanitäter und Notarzt da. Da muss man auch dem Deutschen Roten Kreuz ein großes Lob aussprechen. In der Zeitung hat ja gestanden, dass es 15 Minuten gedauert hätte und die Teilnehmer reanimieren mussten, das stimmt nicht. Es waren auch Teilnehmer und eine Krankenschwester vor Ort, die gesehen haben, dass da wirklich professionell geholfen wurde. Die haben dass begleitet und den Rettungswagen geholt. Wir haben die Strecke aufgemacht. Die sind dann nebenher gefahren und dann hat man eine Viertelstunde versucht, den Kreislauf so in Gang zu halten, dass man den Mann eben in die Klinik fahren konnte. Ich habe dann auch die Strecke abgesperrt. Die Teilnehmer mussten außen rum laufen. Das war natürlich schon bitter, weil die mit dem Blick ins Ziel gelaufen sind, da liegt einer, dem es ganz ganz schlecht geht. Und das 50 Meter vorm Ziel. Das ist auch so eine bittere Note - wenn man überlegt, hätte er noch 10 Sekunden länger durchgehalten und wäre dann stehen geblieben, vielleicht wäre nichts passiert. Also, es gibt da viele Sachen, die da wirklich tragisch sind, die uns unendlich leid tun.

Peter Köpple: Hat man all die Jahre des Einstein-Marathons Glück gehabt, dass nichts passiert ist?

Manfred Ebner: Ja klar. Wir haben jetzt 14 Jahre nichts gehabt. Und man muss ja auch sagen, wenn das woanders passiert wäre, wenn der Teilnehmer woanders gewesen wäre, nur gejoggt wäre im Wald oder so, dann wäre das auch passiert. Also, es liegt nicht an uns. Wir müssen uns da nichts vorwerfen. Wir haben alles getan, dass die Veranstaltung so sicher wie möglich und gut betreut ist. Es gab andere Fälle an diesem Tag, wo dank dem Deutschen Roten Kreuz Menschen gerettet worden sind, die vielleicht sonst nicht überlebt hätten. Aber ich sage, es ist ganz tragisch, vor allem für die Familie. Aber wir haben alles getan.

Für uns war das neu und auch schwierig im Umgang. Wir haben alle geweint an diesem Tag. Wir hatten am Ende 11.930 Teilnehmer, die es ins Ziel geschafft haben und 12.200 sind gestartet, also etwa 300, die abgebrochen haben. Es wurden etwa neun Leute in die Klinik gefahren. Die Bedingungen waren, obwohl es nicht so ausgesehen hat, schwierig, weil es halt so schnell warm geworden ist. Ich glaube, die Teilnehmer haben nicht eingeschätzt, dass man mehr trinken muss, weil man immer gesagt hat, ist ja kalt. Es hat ja geregnet. Das hat dazu geführt, dass manche vielleicht das Wetter nicht ernst genommen haben. Aber 300 Abbrecher ist bei über 12.000 Teilnehmern eine extrem gute Quote. Da kann man schon sagen, die Versorgung an der Strecke war schon sehr gut.

Dauer
STAND