Ungereimtheiten im Fall von Ashwaq T. in Gmünd Welche Rolle spielt ihr Vater?

Der Fall de Jesidin Ashwaq T., die ihren Peiniger in Schwäbisch Gmünd wiedererkannt haben will, könnte eine neue Wendung nehmen. Nach SWR-Information soll es Zweifel an der Geschichte geben.

Nach SWR-Recherchen besteht der Verdacht, dass der Vater der Jesidin versucht haben soll die Landesregierung zu erpressen. Er soll damit gedroht haben, eine Medienkampagne anzuzetteln, damit 20 weitere Familienmitglieder nach Deutschland kommen dürfen. Ziel sei gewesen, Deutschland als unsicheren Ort für Jesidinnen darzustellen und das möglicherweise als Druckmittel zu nutzen. Er habe von der Landesregierung rund 20 weitere Visa für Familienangehörige gefordert. Das Staatsministerium von Baden-Württemberg wollte am Mittwoch die neuen Vorwürfe gegen den Vater von Ashwaq T. nicht bestätigen. Allerdings räumte das Ministerium ein, dass es Gespräche mit dem Vater gegeben habe.

Vater spielt offenbar in dem Fall eine wichtige Rolle

Der Vater von Ashwaq T. spielt nach Einschätzung von Eric Beres von der SWR-Rechercheredaktion offenbar eine wichtige Rolle. Bei einem Telefonat mit Ashwaq T. vor einiger Zeit habe er sich sofort ins Gespäch eingemischt.

Weiter Zweifel an Begegnung in Schwäbisch Gmünd

Nach wie vor gibt es Zweifel daran, ob die 19-jährige Jesidin tatsächlich, wie von ihr behauptet, dem IS-Mann begegnete, der sie im Irak gefangen gehalten und missbraucht haben soll. Sie war kurz darauf zurück in den Irak gereist, weil sie sich in Deutschland nicht mehr sicher fühlte.

Rückkehr nach Deutschland bestätigt

In einer schriftlichen Stellungnahme des Staatsministeriums Baden-Württemberg heißt es, die 19-Jährige sei auf ihren Wunsch hin Ende September zurückgekehrt. Sie werde derzeit medizinisch und psychologisch betreut und behandelt.

Wohnort unbekannt

Nach SWR-Informationen haben inzwischen Ermittler des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg die Frau nach ihrer Wiedereinreise erneut befragt. Ihr derzeitiger Aufenthaltsort wird nicht bekanntgegeben.

Im Sommer hatte ein im Nordirak gedrehtes Video mit der jungen Frau für internationales Aufsehen gesorgt. In den Aufnahmen für die kurdische Medienplattform "Basnews" hatte Ashwaq T. von einer Begegnung mit ihrem mutmaßlichen früheren IS-Peiniger in Schwäbisch-Gmünd (Ostalbkreis) berichtet. Er soll sie in der Stadt angesprochen haben.

Vorwürfe zurückgewiesen

Die Jesidin hatte in dem Video mangelnde Ermittlungsarbeit der deutschen Behörden krititsiert. Die Bundesanwaltschaft wies die Vorwürfe zurück. So sei unter anderem ein Phantombild des mutmaßlichen IS-Kämpfers erstellt worden. Eine weitere Befragung der Zeugin hätte aufgrund ihrer Abwesenheit nicht durchgeführt werden können.

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