Nach Unruhen in Ellwanger LEA Aalener Polizei: Keine Ermittlungen gegen Alassa M.

Die Polizei in Aalen und die Staatsanwaltschaft Ellwangen haben am Freitag richtiggestellt, dass es nach den Asylbewerber-Unruhen im April in Ellwangen nie Ermittlungen gegen Alassa M. aus Kamerun gegeben hat.

Er war in verschiedenen Medien als "Rädelsführer" der Unruhen in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen bezeichnet worden. Doch das ist der Kameruner laut Polizei und Staatsanwaltschaft nicht gewesen. Es gibt "keine Hinweise auf eine unmittelbare Beteiligung des Herrn M. an den Vorkommnissen vom 30. April 2018 bzw. 3. Mai 2018 in der LEA Ellwangen bzw. einer Rädelsführerschaft", heißt es in der Mitteilung. Ein Ermittungsverfahren sei deshalb nicht gegen ihn eingeleitet worden. Ende April 2018 hatten Asylbewerber die Abschiebung eines Afrikaners durch die Polizei verhindert. Darauf hatte die Behörden mit einer Razzia und Festnahmen Anfang Mai reagiert.

Der Mitorganisator einer Asylbewerber-Demonstration im LEA Ellwangen aus Kamerun blickt frontal in die Kamera. (Foto: SWR)
Der Mann aus Kamerun hat bereits einen neuen Asylantrag gestellt

Rückkehr nach Abschiebung

Alassa M. hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil er nach seiner Abschiebung nach Italien über einen Anwalt in Baden-Württemberg Klage gegen den Polizeieinsatz eingereicht hatte. Er wirft der Polizei vor, dazu kein Recht gehabt zu haben, unter anderem weil kein richterlicher Beschluss vorlag. Laut Polizei Aalen sei dies nicht nötig gewesen, da der Betreiber der LEA den Einsatz genehmigt habe. Am 21. Dezember 2018 war der Kameruner nach Deutschland zurückgekehrt.

Unterstützerbündnis für Rückkehr nach Deutschland

Dafür hatte sich bis zuletzt ein breites Unterstützerbündnis eingesetzt. Der "Freundeskreis Alassa" sammelte Unterschriften und startete eine Petition im Internet. Der nach ihren Worten "schwer traumatisierte" Alassa M. sei in seiner Heimat religiös verfolgt und in Libyen misshandelt worden.

Vertrauensperson für andere Flüchtlinge

In Deutschland habe er sich zu einer "Vertrauensperson" für andere Flüchtlinge entwickelt und habe dabei auch an der Vereitelung von Abschiebungen mitgewirkt.

STAND