Streit um Batterieforschung Kretschmann erneuert Kritik an Bundesforschungsministerin Karliczek

Auch nach dem Besuch von Forschungsministerin Karliczek (CDU) in Ulm reißt die Kritik am Auswahlverfahren für einen Batterieforschungsstandort nicht ab.

Erneut hat sich Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) zu Wort gemeldet. Die Erklärungsversuche der Bundesforschungsministerin hält er für unzureichend und wirft Karliczek mangelnde Transparenz vor.

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Ende Juli hatte das Bundesforschungsministerium bekannt gegeben, dass die Fördergelder in Höhe von einer halben Milliarde Euro nach Münster fließen. Münster habe das umfassendste Konzept geliefert, von der Entwicklung bis zum Recycling der Batterien, betonte Ministerin Anja Karliczek am Montag noch einmal - und lieferte damit Erklärungen, die Politiker und Wissenschaftler aus Ulm erneut nicht zufrieden stellten. Sie hätten sich genauere Einblicke gewünscht, wie die Entscheidung gegen Ulm zustande gekommen ist.

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Was immer in Münster entstehen soll, werde erst 2022 zur Verfügung stehen, warnte die Leiterin der Batterieforschung im Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Margret Wohlfahrt-Mehrens. "Doch wir haben keine Zeit zu verlieren", sagte sie mit Blick auf die Konkurrenz in China sowie in den USA. Ähnlich wie der Ulmer Universitätspräsident Michael Weber betonte sie, dass die in der Donaustadt vorhandenen Forschungseinrichtungen der deutschlandweit beste Garant für Schnelligkeit im Aufholkampf gegen die globale Konkurrenz gewesen wären. In Ulm sei 2018 die größte deutsche Plattform für elektrochemische Energieforschung (Celest) gegründet worden, sagte Weber. Rund 500 Forscher würden in Ulm an relevanten Themen forschen.

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Finanzielle Förderung für alle sechs Standorte für Batterieforschung

Die eigens bestellte Expertenkommission habe sich entgegen anderslautender Berichte in den Medien nicht für Ulm ausgesprochen, so Karliczek, sondern gar keine konkrete Empfehlung abgegeben. Dennoch sollen alle sechs deutschen Standorte für Batterieforschung weiter finanziell gefördert werden, um der asiatischen Vorherrschaft zu begegnen. Eine konkrete Summe wurde nicht genannt, die Rede war von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

Frau und Mann halten Schild Zukunftsstadt Ulm hoch (Foto: SWR, Volker Wüst)
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (links, rechts neben ihr OB Gunter Czisch, ganz außen CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer) zeichnete im Rathaus Ulm als Zukunfsstadt aus Volker Wüst

Zum Auftakt ihres Ulm-Besuches hatte sich die Bundesforschungsministerin im Rathaus mit Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) getroffen und Ulm als eine der Gewinnerstädte des Bundeswettbewerbs "Zukunftsstadt" ausgezeichnet.

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Besuch Karliczeks in Ulm lange vor Entscheidung vereinbart

Karliczeks Besuch ist eigenen Angaben zufolge keine direkte Reaktion auf die Kritik aus Ulm und Baden-Württemberg. Er sei lange vor der Entscheidung für Münster vereinbart worden. Weil der Wahlkreis Karliczeks in der Nähe von Münster liegt, war der Politikerin Vetternwirtschaft vorgeworfen worden.

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