Fünfter Verhandlungstag am Landgericht Ellwangen Drei Morde in Sontheim: Weiterer Mittäter in Italien?

Ein möglicher Mittäter bei den Morden von Sontheim (Landkreis Heidenheim) sitzt offenbar in Italien in Haft. Darüber wurde das Landgericht Ellwangen am Mittwoch von einem Anwalt der Nebenkläger informiert.

Der Anwalt war bei seiner Internetsuche auf einen italienischen Zeitungsartikel mit dem Bild und dem Namen des Familienangehörigen der Angeklagten gestoßen. Förmliche Anfragen der Ellwanger Staatsanwaltschaft nach dem Mann waren seit Monaten aus Italien nicht beantwortet worden.

Jetzt wird das weitere Vorgehen geprüft, zumal die Tochter des Hauptangeklagten auf dem Zeitungsbild ihren Cousin identifiziert hatte, der beim Verschwinden ihres Ehemannes in Sontheim lebte. Die Leiche ihres Mannes wurde nie gefunden.

Rechtsmedizinerin: Todesursache nicht zu bestimmen

Die beiden anderen Leichen waren von den Tätern zerstückelt worden. Eine Rechtsmedizinerin sagte, dass allein anhand der gefundenen Leichenteile eine genaue Todesursache nicht zu bestimmen sei.

Zuvor hatte am Mittwoch eine Finanzermittlerin der Kriminalpolizei ausgesagt. Demnach war das dritte Mordopfer, ein Geschäftspartner der Familie, zunächst als vermisst gemeldet worden. Eine Finanzermittlerin der Kripo überprüfte daraufhin die Konten des Vermissten und stellte fest, dass weiterhin Geld abgehoben wurde. Der ältere Sohn des Hauptangeklagten wurde an einem Geldautomaten von der Überwachungskamera aufgenommen. Noch am selben Tag nahm ihn die Polizei fest.

Geheimverstecke im Haus in Sontheim

Es stellte sich heraus, dass insgesamt 15.500 Euro von drei Konten des Geschäftspartners abgehoben wurden. Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, versteckten die Angeklagten das Geld sowie auch scharfe Waffen in ihrem Haus in Sontheim.

Das Haus der Familie in SontheimBrenz, die verdächtigt wird, drei Tötungen begangen zu haben. (Foto: SWR)
Im Haus der Angeklagten in Sontheim fanden Ermittler Verstecke mit Bargeld und Waffen

Laut Anklage erdrosselte der 55-jährige Vater gemeinsam mit seinem älteren Sohn den Geschäftspartner aus Habgier, nachdem sie auch noch eine Unterschrift für einen angeblichen Grundstückskauf erpresst hatten.

Erst durch diesen Fall kamen die weiteren mutmaßlichen Morde am Lebensgefährten der Tochter 2014 und an ihrem Ehemann 2008 ans Licht. Der Prozess am Landgericht Ellwangen geht in der kommenden Woche weiter.

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