Mittelalterlicher Fund aus dem Ostalbkreis Silbermünz-Schatz aus Ellwangen vorgestellt

Das Landesamt für Denkmalpflege hat am Dienstag den nach eigenen Angaben größten spätmittelalterlichen Münzschatz vorgestellt, der jemals in Baden-Württemberg gefunden wurde. Sondengänger hatten ihn entdeckt.

Mehr als 9.000 Silbermünzen, Stoffreste und Keramikfragmente hat das Amt am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Esslingen gezeigt. Bei den Münzen soll es sich hauptsächlich um Heller aus Schwäbisch Hall handeln.

Dauer

Zufällig entdeckt

Die Sondengänger waren 2017 eigentlich auf der Suche nach militärischen Fundstücken. Als ihre Metalldetektoren anschlugen, gruben sie stattdessen die historischen Münzen aus. Den Fund hatten sie zuerst unter sich aufgeteilt und ihn nicht, wie vorgeschrieben, dem Land gemeldet. Als die Sondengänger dies später nachholten, ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen sie wegen Unterschlagung. Sie bekamen im März einen Strafbefehl und eine Geldstrafe.

Aufwendige Grabungen

Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden die gefundenen Münzen in den Jahrzehnten um 1300 vergraben. Für die Archäologische Restaurierungswerkstatt des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) stellte es eine große Herausforderung dar, die Münzen säubern. Bislang wurden rund 100 Münzen restauriert, um einen fundierten Einblick in das Münzspektrum des Schatzes zu erhalten.

Münzen aus dem mittelalterlichen Silbermünz-Schatz aus Ellwangen (Foto: SWR, Timo Staudacher)
Münzen aus dem mittelalterlichen Silbermünz-Schatz aus Ellwangen Timo Staudacher

Anhand der ebenfalls gefundenen Keramikscherben lassen sich zudem zwei Gefäße rekonstruieren: ein Topf, in dem die Münzen ursprünglich vergraben waren, und eine sogenannte Becherkachel, deren Funktion wegen der Zerstörung der Befunde durch die unsachgemäße Grabung nicht mehr rekonstruiert werden kann.

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