Nachwuchsförderung: Mit vier Metern fängt alles an Mobile Skisprungschanze in Degenfeld vorgestellt

Der Skiclub Degenfeld in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) rüstet sich für Zukunft: Auf einer kleinen, mobilen Schanze kann der Skisprungnachwuchs jetzt seine ersten Flugversuche unternehmen.

Spätestens seit ihrem Olympia-Gold in Sotschi 2014 ist Carina Vogt das Aushängeschild der deutschen Skispringerinnen. Ihre Anfänge hat sie auf den Schanzen des Skiclub Degenfeld in Schwäbisch Gmünd gemacht und genau dort denkt man jetzt an die Zukunft: Der Verein hat eine neue, mobile Minischanze angeschafft. Sie wurde am Dienstag vorgestellt.

Junge steht oben an der mobilen Skisprungschanze (Foto: SWR, Timo Staudacher)
So hoch wie ein Carport: Die mobile Skisprungschanze hilft beim Einstieg Timo Staudacher

Furchtlos springt der kleine Luis aus Schwäbisch Gmünd-Bettringen die K4 hinunter. Die Landung ist ordentlich. Und auch mit der Weite ist der Springer zufrieden. "Zwei Meter" freut sich Luis, er ist das erste Mal gesprungen.

Sprünge bis vier Meter möglich

Die K4 heißt so, weil man damit etwa vier Meter weit springen kann. Sie ist so hoch wie das Dach eines Carports und so lang wie zwei hintereinanderstehende Kleinwagen. Schnee benötigt man übrigens nicht, man könnte auch im Sommer springen üben.

Anders als die 75-Meter-Schanze direkt nebenan am Skihang in Degenfeld scheint diese Schanze machbar auch für Anfänger. Für den zehnjährigen Finn aus Geislingen-Waldhausen ist sie sogar schon fast ein bisschen zu klein. "Am Anfang hat man schon ein bisschen Angst, aber man gewöhnt sich dran. Ich springe jetzt schon auf einer 40er Schanze", erzählt er stolz. Schon der Opa sei Skispringer gewesen, deshalb wollte er es auch ausprobieren.

Junge fliegt von der Skisprungschanze (Foto: SWR, Timo Staudacher)
Timing ist alles - wenn man den Absprungpunkt richtig erwischt, kann man bis zu vier Meter weit fliegen Timo Staudacher

In Schwäbisch Gmünd und Umgebung ist es jetzt einfacher, zu seinem ersten Sprung zu kommen. Die kleine Schanze kann – anders als ihre großen Geschwister - zu den Kindern in die Gemeinde oder die Stadt gebracht werden. Skisprung-Trainer Markus Rode: "Die Schanze ist in drei Stunden komplett abgebaut. Das heißt: Damit kann ich auch auf die Schulhöfe fahren. Beim Kinderspaßsportfest in Schwäbisch Gmünd sind wir definitiv dabei."

Über Tulpen und Geranien hüpfen

Auch über Tulpen und Geranienbeete kann man dieses Jahr hüpfen: Die Schanze soll bei der Remstalgartenschau in Aktion sein und junge Nachwuchsspringer anlocken.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat sie mit 10.000 Euro mitfinanziert und bezahlt auch 25.000 Euro an den Stützpunkt für das Trainergehalt. "Eine gute Investition", sagt der Erste Bürgermeister, Joachim Bläse. Denn die Popularität der Zugpferde des Skispringens in Degenfeld müsse man nutzen - auch für die Zukunft.

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