Methadon in der Krebstherapie Erster Erfolg für Petition eines Erbachers

Öffentliche Gelder für Studien zu Methadon in der Krebsbehandlung - mit dieser Petition hat sich ein Mann aus Erbach an den Bundestag gewandt. Am Montag wurde darüber beraten.

Die Petition zu Methadon in der Krebstherapie ist im Petitionsausschuss des Bundestages am Montag gut angenommen worden. Es habe für das Thema eine breite Zustimmung über Parteigrenzen hinweg gegeben, erklärte der Ausschussvorsitzende. Ein Mann aus Erbach im Alb-Donau-Kreis, dessen Vater an Krebs erkrankt ist, hatte die Petition auf den Weg gebracht, die letztlich mehr als 53.000 Menschen unterzeichneten.

Fragen aus der Politik

Die Ulmer Chemikerin am Rechtsmedizinischen Institut der Universität Ulm, Claudia Friesen, und der Mann, der die Petition ins Leben gerufen hatte, beide stellten sich am Montag den Fragen der Politiker. Dabei ging es unter anderem darum, wie eine Studie über die Wirksamkeit von Methadon am besten auf den Weg gebracht werden könnte. Außerdem spielte die Kostenfrage eine Rolle.

Dass das Thema erforscht werden sollte - darüber waren sich die meisten einig. Der Ausschuss erstellt nun eine Empfehlung an den Bundestag, die in den nächsten Wochen im Parlament auf die Tagesordnung kommt. Dort wird entschieden, ob öffentliche Forschungsgelder für klinische Studien zur Verfügung gestellt werden.

Forschungsergebnisse umstritten

Die Ulmer Wissenschaftlerin Friesen ist aufgrund ihrer Studien und Versuche an Tieren davon überzeugt, dass Methadon den Erfolg von Krebsmedikamenten verstärken kann. Sie fordert seit mehreren Jahren klinische Studien.

Ihre Forschungsergebnisse sind allerdings in der Fachwelt umstritten. Führende Krebsforscher sind skeptisch, dass das als Drogenersatzstoff bekannte Methadon tatsächlich die erhoffte, positive Wirkung bei Krebs hat.

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