Handlungsleitfaden für Schulleitungen Immer mehr Verfahren gegen Schulschwänzer im Alb-Donau-Kreis

Auch in einer eher ländlich geprägten Gegend wie dem Alb-Donau-Kreis ist Schule schwänzen ein wachsendes Problem. Das Landratsamt will mit einem Leitfaden für die Schulen gegensteuern.

In den letzten vier Jahren habe sich die Zahl der Verfahren gegen Schulschwänzer vervierfacht, sagt Heike Leppert, die Leiterin des regionalen Bildungsbüros im Alb-Donau-Kreis. Aktuell sind es in diesem Jahr 140 Verfahren. Dass die Zahl so gestiegen ist, liegt nach ihren Worten zum einen tatsächlich daran, dass mehr Kinder die Schule schwänzen, aber zum anderen melden Schulleitungen auch öfter die vermuteten Fälle.

ein Junge mit einem Smartphone (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Arno Burgi)
Die Verfahren gegen Schulschwänzer nehmen im Alb-Donau-Kreis zu (Symbolbild) Arno Burgi

Handlungsleitfaden für Schulleitungen

Der Alb-Donau-Kreis hat jetzt einen Handlungsleitfaden "Schulabsentimus" erarbeitet. Es gehe darum, frühzeitig einzugreifen, denn, so Heike Leppert: "Je öfter ein Kind in der Schule fehlt, desto größer werden die Wissenslücken und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, das Schulabsentismus häufiger auftritt."

Harte Linie bei Schulschwänzern

Zunächst sei es aber auch ganz wichtig, das Gespräch mit den Eltern zu suchen und andere Stellen wie zum Beispiel die Schulsozialarbeit einzuschalten. In einigen Fälle sei allerdings auch eine harte Linie angebracht, so die Erfahrung von Heike Leppert. Das heißt, die Polizei schicken und Bußgeldverfahren einleiten: "Wenn das Bußgeld nicht bezahlt wird, folgt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren in der Jugendgerichtshilfe." Schwänzen kann dann am Ende ein Bußgeld kosten und die Schüler oder die Schülerin muss Stunden in der Sozialarbeit leisten.

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