06.10.2018, Nordrhein-Westfalen, Kerpen: Teilnehmer der Demonstration zum Thema «Wald retten! Kohle stoppen!» gegen die Rodungspläne von RWE für den Hambacher Wald stehen auf einem Acker neben dem Wald. (Foto: picture-alliance / dpa)

Proteste gegen geplante Rodung Hunderte Baden-Württemberger demonstrieren am Hambacher Forst

Auch Naturschützer aus dem Land sind am Samstag zu einer Kundgebung am Hambacher Forst gefahren. Ein Gericht hatte das Demonstrationsverbot kurzfristig gekippt.

An der Kundgebung am Samstag in der Nähe von Aachen (Nordrhein-Westfalen) nahmen nach Veranstalterangaben rund 50.000 Menschen teil. Die zuständige Polizei in Aachen sprach von mehreren Tausend Demonstranten. Im Vorfeld hatten die Organisatoren mit mehr als 20.000 Teilnehmern gerechnet. Die Polizei hatte zuvor wegen Sicherheitsbedenken ein Verbot erlassen. Doch das Verwaltungsgericht Aachen kippte das Verbot.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Demonstranten auch aus Baden-Württemberg

Aus Baden-Württemberg reisten wohl hunderte Menschen an, die genaue Zahl ist nicht bekannt. Unter anderem war ein Bus mit 80 Naturschützern aus der Region Ulm und aus Ostwürttemberg zur Demo gefahren. Auch eine Gruppe aus dem Raum Reutlingen war dabei.

Ein Baum im Hambacher Forst (Foto: picture-alliance / dpa)
Der Hambacher Forst darf nicht mehr betreten werden. (Archiv)

Der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger, sagte auf der Demonstration: "Wir haben heute ein starkes Signal der Zivilgesellschaft für einen schnellen Kohleausstieg gesendet." Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser sieht in den vielen Teilnehmern einen Beleg dafür, "wie stark die Klimabewegung inzwischen geworden ist".

Rodungsstopp verfügt

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte im Vorfeld in einem Eilverfahren entschieden, dass der Energiekonzen RWE im Hambacher Forst vorläufig keine Bäume mehr fällen lassen darf. Die Richter entsprachen damit dem Antrag des Umweltverbandes BUND, der gegen die Abholzung klagt. RWE will die Bäume roden, um den bereits bestehenden Braunkohle-Tagebau in der Nähe zu vergrößern. Dagegen gibt es seit Jahren heftigen Widerstand.

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