Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) in der neuen Linie 2 (Foto: SWR)

Festakt und freie Fahrt Linie 2 der Ulmer Straßenbahn gestartet

Punktlandung für ein Mammutprojekt in Ulm: Am Samstag ging die neue Straßenbahnlinie 2 planmäßig in Betrieb. Gefeiert wurde mit einem Festakt und Aktionen entlang der Strecke.

An dem Festakt im Theater Ulm nahm auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) teil. Er hob hervor, dass die Bahn mit erneuerbarem Strom betrieben wird. An diesen offiziellen Teil schloss sich dann die Jungfernfahrt auf der neuen Strecke ab der Haltestelle "Stadtwerke" an. Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) sagte dem SWR im Vorfeld, er freue sich "riesig auf die Fahrt über die schönste Brücke Deutschlands". Die kühn geschwungene Kienlesbergbrücke wurde extra für die Linie 2 gebaut.

Dauer

"Zu 100 Prozent erneuerbarer Strom, das ist ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz."

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) beim Festakt zur neuen Straßenbahnlinie in Ulm

Kostenlose Fahrt am Samstag

Von 12:15 Uhr bis 17 Uhr stand die Bahn dann der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Fahrten im Zehn-Minuten-Takt am Samstag waren kostenlos. Entlang der Strecke zwischen dem Schulzentrum am Kuhberg und der Wissenschaftsstadt am Eselsberg gab es ein Unterhaltungsprogramm mit Musik und Ausstellungen.

Dauer

Zehntausend Fahrgäste täglich

Die rund zehn Kilometer lange Strecke war das größte Infrastrukturprojekt der Stadt Ulm. Die Linie 2 verläuft vom Stadtteil Kuhberg, in dem viele Schulen angesiedelt sind, über die Innenstadt hinauf zum Eselsberg. Dort liegen die Universität, die Kliniken und die Wissenschaftsstadt. Rund 20.000 Menschen werden nach Schätzungen der Stadt Ulm jeden Tag die neue Straßenbahnlinie benutzen.

Geschmückte neue Straßenbahn an einer Haltestelle in Ulm (Foto: SWR, Michael Binder)
Bereit zur Jungfernfahrt auf der Strecke der neuen Straßenbahnlinie 2 Michael Binder

Kosten sind deutlich gestiegen

Nach dreijährigen Bauarbeiten ist zwar der Zeitplan, nicht allerdings der Kostenplan eingehalten worden. Bei den ersten Berechnungen vor zehn Jahren ging man noch von 140 Millionen Euro aus. Doch schon beim Baubeginn vor drei Jahren war klar: Die Bahn wird mindestens 192 Millionen Euro kosten.

Inzwischen ist bekannt, dass die Kosten - zusammen mit den neuen Straßenbahnen und der Fahrzeughalle - bei insgesamt rund 270 Millionen Euro liegen, auch wegen unvorhersehbaren Schwierigkeiten unter der Erde, erklärte der Ulmer Baubürgermeister Tim von Winning.

Dauer

Rückenwind für den Nahverkehr der Zukunft

Nach dem Abschluss der Arbeiten für die Linie 2 waren sich OB Czisch und Verkehrsminister Hermann am Samstag einig: Das nächste Projekt, das sich nun an die neue Straßenbahnlinie anfügen kann, ist die geplante Regio-S-Bahn Donau-Iller, die mit dem Ulmer Hauptbahnhof als zentralem Knotenpunkt künftig den Großraum um Ulm und Neu-Ulm näher zusammenrücken lassen soll. Dafür versprach der Verkehrsminister Unterstützung.

"Die Linie 2 ist auch Rückenwind für das Donau-Iller-S-Bahn-Netz."

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne)
STAND