"Umgekehrter Unterricht" Deutscher Lehrerpreis für Mathelehrer aus Neu-Ulm

Sebastian Schmidt ist Mathematiklehrer im Stadtteil Pfuhl und am Montag mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet worden. Er überzeugte im bundesweiten Wettbewerb mit einem digitalen Lernbüro.

Mathelehrer Sebastian Schmidt aus Neu-Ulm hat bei der Verleihung des Deutschen Lehrerpreises in der Kategorie "Unterricht innovativ" den 1. Preis gewonnen. Das teilte der Deutsche Philologenverband am Montag mit.

"Umgedrehter Unterricht"

Seinen Mathematikunterricht hat Sebastian Schmidt quasi "auf den Kopf gestellt". Er lässt seine Schüler zuhause Lernvideos anschauen. Im Unterricht an der Inge-Aicher-Scholl-Realschule wird der Stoff dann besprochen und geübt. Der SWR berichtete darüber im Juli 2017 (siehe Video).

Dauer

"Flipped Classroom", also "umgedrehter Unterricht" nennt sich das Konzept. Die Lernvideos produziert Lehrer Sebastian Schmidt zuhause selbst. Das Material können sich die Jugendlichen anschauen, wann, wo und wie oft sie wollen. Der Mathelehrer will die Schüler dort packen, wo sie sowieso viel Zeit verbringen - im Internet.

Gemeinsames Projekt

An dem Projekt beteiligen sich inzwischen zahlreiche Lehrer. Beim "Lernbüro digital" arbeitet die Inge-Aicher-Scholl-Realschule in Neu-Ulm eng zusammen mit einer Schule in Neunburg vorm Wald in der Oberpfalz. Beide Schulen sind etwa 300 Kilometer voneinander entfernt, gestalten aber gemeinsam den Unterricht und wurden auch gemeinsam ausgezeichnet.

"Wir bemühen uns, dass wir den Schüler ins Zentrum des Lernens stecken. Das ist nichts Neues. Aber wir versuchen es jetzt mit neuen Medien."

Lehrer Sebastian Schmidt

Viele Schüler konnten sich mit dieser Art Unterricht in Mathe verbessern, so Sebastian Schmidt. Und auch die Jugendlichen finden das Konzept gut: Man könne sich den Stoff zuhause immer wieder anschauen und sei auf den Unterricht vorbereitet, erklärt ein Sechstklässler aus Neu-Ulm.

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