Debatte um Nordsyrien Aalener Außenexperte Kiesewetter für humanitäre Zone

Der Aalener CDU-Bundestagsabgeordnete und Obmann des Auswärtigen Ausschusses Roderich Kiesewetter spricht sich für eine humanitäre Zone in Nordsyrien aus. Auch deutsche Soldaten müssten entsandt werden.

Die Europäische Union müsse der Türkei ein Angebot machen, gemeinsam mit Russland. Man müsse sich bereit erklären, mit einem internationalen Mandat die Zone, die die Türkei gerade schafft, zu übernehmen und zu einer Schutzzone auszubauen. Das sagte Roderich Kiesewetter am Montag im rbb-Inforadio. Dies sei ein Zeichen, dass die Europäische Union wieder handlungsfähig werde.

Porträt Roderich Kiesewetter (Foto: dpa Bildfunk, Stephanie Pilick/dpa)
Roderich Kiesewetter (CDU) fordert in der Debatte um den türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien eine humanitäre Schutzzone Stephanie Pilick/dpa

"Europa ist zum Zaungast geworden, das ist unser eigener Fehler, unser eigenes Versagen."

Roderich Kiesewetter, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Aalen

Die türkische Militäroffensive in Nordsyrien sei der zweite Verstoß der Türkei gegen das Völkerrecht innerhalb von zwei Jahren, so der Außenpolitiker. Man müsse anerkennen, dass die Türkei viele Flüchtlinge aufgenommen hat. Das rechtfertige aber nicht, neues Leid zu schaffen.

Mehr Flüchtlinge durch Militäreinsatz

Es seien bereits 200.000 Menschen auf der Flucht, so Kiesewetter. Außerdem seien hunderte Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" aus Gefängnissen ausgebrochen. Das bedrohe die Freiheit in Deutschland und könne die Türkei destabilisieren.

"Das ist eine ungeheure Anstrengung für Europa. Aber wenn wir uns dort nicht engagieren, dann werden wir die Auswirkungen massiv auf europäischem Boden zu spüren bekommen."

Roderich Kiesewetter, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Aalen

Für eine Schutzzone in Nordsyrien müsse die EU 30.000 bis 40.000 Soldaten entsenden, auch Bundeswehrsoldaten.

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