Irmi und Niklas sind zwei junge Oberelchinger Pfadfinder. Lagerfeuer gehört zum Pfadfinderdasein. (Foto: SWR, Isabella Hafner)

Jubiläum: 60 Jahre

Oberelchingen feiert ein Wochenende lang seine Pfadfinder

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Isabella Hafner
Isabella Hafner (Foto: SWR)

60 Jahre ist er alt: Der Pfadfinderstamm Oberelchingen. Pfadfinder verschiedener Generationen ließen sich am Wochenende ausgiebig von ihrem Dorf feiern.

Für manche alte Stammeshasen, wie den Vorsitzenden Nico Lange, war es ein Wochenende voller Rührung. Er ist schon seit 25 Jahren "Pfadi". Er gesteht, er sei ganz sentimental geworden, als er sich Notizen machte für seine Rede am Sonntag nach dem Open-Air-Gottesdienst im Oberelchinger Pfarrgarten. "Es war einfach unglaublich anstrengend, dieses Fest zu organisieren. Die Resonanz darauf, die überwältigt mich. Aus allen Ecken kommen die Oberelchinger und wollen mit einem diesen Tag feiern." Und am Abend davor, beim Lagerfeuer: "Genial, eine unglaubliche Stimmung."

Die Pfadfinder vo Oberelchingen sind auch im Jahr 1966 oft beim Stöckeschnitzen zu sehen. (Foto: SWR, Isabella Hafner)
Oberelchinger Pfadfinder sind auch im Jahr 1966 oft beim Stöckeschnitzen zu sehen. Isabella Hafner

120 Stammesmitglieder haben die Oberelchinger Pfadfinder. Die meisten im Dorf waren laut Nico Lange irgendwann in ihrem Leben auch mal aktiv dabei. Viele von ihnen hat die Gemeinschaft dort wohl geprägt: Sie spielen heute im örtlichen Musikverein oder sind bei der Feuerwehr.

Die Pfadfinderklischees: "Kekse verkaufen, alten Frauen über die Straße helfen, jeden Tag eine gute Tat."

Der Stolz all der alten und jungen Pfadfinder war nach dem Gottesdienst deutlich spürbar - über typische Pfadfinder-Klischees lacht man hier einfach hinweg. Nico Lange hat aber natürlich welche parat: "Kekse verkaufen, alten Frauen über die Straße helfen, jeden Tag eine gute Tat, Tick, Trick und Track, Pfadfinder sind uncool, wegen dem Zelten und so..." Doch es sei ganz anders. Während der Gruppenstunden am Freitag würden Spiele gespielt, Beachvolleyball, Minigolf, Filme geguckt, Feuer ohne Feuerzeug gemacht, geschnitzt und vieles mehr. Neben den obligatorischen Stammeszeltlagern.

Diese Wegzeichen können Pfadfinder lesen. (Foto: SWR, Isabella Hafner)
Diese Wegzeichen können Pfadfinder lesen. Isabella Hafner

Respekt vor der Natur lernen schon die jüngsten Pfadfinder

Der achtjährige Niklas und die neunjährige Irmi sind im Oberelchinger Stamm gerne "Wölfinge" , wie die jüngsten hier heißen.

"Bei den Pfadfindern lernt man zum Beispiel Knoten, dass man dann Zelte aufbauen kann und einen Ast sichern. Dass man lernt, wie man sich in der Natur richtig benimmt, zum Beispiel, dass man im Wald leiser sein muss."

Das findet auch Irmi: "Man lernt, die Natur zu respektieren und spielt dort Spiele." Die beiden tragen - wie alle anderen Pfadfinder hier - ein Halstuch. Allerdings als Wölflinge ein orangefarbenes. Sie tragen auch ein beiges Hemd, das wiederum noch nicht mit so vielen Abzeichen übersät ist wie das der älteren. Aber ein paar haben sie auch.

Die Oberelchinger Pfadfinder auf Fotos im Jahr 1965. Eines von vielen Foto-Plakaten der Ausstellung im Pfarrgarten.  (Foto: SWR, Isabella Hafner)
Die Oberelchinger Pfadfinder auf Fotos im Jahr 1965. Eines von vielen Foto-Plakaten der Ausstellung im Pfarrgarten. Isabella Hafner

Einmal Pfadfinder - immer Pfadfinder?

Bleibt die große Frage: Werden sie den Pfadfindern ein Leben lang treu bleiben? Sie sind überzeugt: "Ich versuche es!", kommt es von beiden wie aus der Pistole geschossen. Irmi sagt: "Auch wenn ich vielleicht mal auf eine Insel ziehe, dann reise ich trotzdem jeden Freitag immer hierher, um zu den Pfadfindern zu kommen." Und Niklas pflichtet ihr bei: "Wenn man einmal sein Pfadfinderversprechen abgegeben hat, ist man immer Pfadfinder."

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