Häuserfassade, Eingang zu einem Club in Ulm, Frau Berger (Foto: SWR, Philipp Link-Ehnert)

Vier bestätigte Fälle

Corona-Infektionen in Ulmer Club "Frau Berger": Landratsamt warnt Besucher

STAND

Nach drei Corona-Infektionen in der Ulmer Diskothek "Frau Berger" hat das Landratsamt hunderte Besucherinnen und Besucher gewarnt. Bislang sind keine weiteren Infektionen gemeldet worden.

Den Angaben zufolge waren am Mittwoch vor einer Woche (29. September) 405 Menschen in dem Club. Während drei Besucher nach Angaben des Gesundheitsamts wohl zu diesem Zeitpunkt schon infiziert waren, könnte sich die vierte Person erst im Club angesteckt haben. Bis Freitag sind laut Landratsamt keine weiteren Meldungen über Infektionen hinzugekommen. Die Person, die die anderen angesteckt hat, sei geimpft gewesen, sagte der Betreiber der Diskothek, Jörg Hochberger, dem SWR. 

Besucher des Clubs "Frau Berger" sollen Schnelltest machen

Das Gesundheitsamt hat nach eigener Aussage die Gäste über die Luca-App oder telefonisch informiert. Sie sollten ihre Kontakte reduzieren und einen Schnelltest machen, vor allem wenn Symptome auftreten. Dieser Rat gelte auch für geimpfte Clubbesucher.

"Uns allen ist bewusst, dass sowas vorkommen kann. Und dass es mit Sicherheit nicht das letzte Mal war. Aber wir waren nicht heiß drauf, dass wir die ersten sind, denen sowas passiert." 

Keine Vorwürfe gegen Betreiber

Im Fall eines positiven Ergebnisses sollten sich die Betroffenen umgehend bei der Hotline des Gesundheitsamts unter 0731-185 1050 melden. Vorwürfe gegen den Betreiber des Clubs erhebt das Landratsamt nicht. Die Regeln seien dort eingehalten worden.

In dem Ulmer Club habe die 3G-Regel gegolten, wie die Sprecherin des Gesundheitsamtes sagte. Besucher mussten entweder geimpft, genesen oder getestet sein, um den Club besuchen zu können.

Häuserfassade, Eingang zu einem Club in Ulm, Frau Berger (Foto: SWR, Philipp Link-Ehnert)
Philipp Link-Ehnert

"Menschen, die typische Anzeichen einer Infektion mit dem Coronavirus aufweisen, sollten ungeachtet ihres Impfstatus abklären, ob es sich um eine Corona-Infektion handelt oder nicht. Es gehört zur Eigenverantwortung jeder einzelnen Person, die eigenen Kontakte zu reduzieren, bis Klarheit herrscht."

Eine generelle Quarantäne ordnete das Gesundheitsamt dagegen nicht an, da laut Corona-Verordnung und den Vorgaben des Landes erst ab fünf positiv getesteten Personen ein Ausbruchsgeschehen angenommen wird. In Münster hatten sich Anfang September in einem Club mehr als 80 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.

Im Sinne des Allgemeinwohls habe das Gesundheitsamt alle Besucher des Clubs informiert, und sei damit über das hinausgegangen, was die derzeit geltende Coronaverordnung vorsieht, so eine Sprecherin des Landratsamtes.

Ansteckungsgefahr in Innenräumen ist hoch

Wenn viele Menschen in einem Raum sind, ist die Gefahr sich anzustecken hoch, sagte der Sachverständige für Raumlufttechnik und Professor an der Hochschule Biberach, Michael Haibel.

"Den Aerosolen ist es egal, welche Verordnungen es gibt. Wenn viele Menschen in einem engen Raum ohne Maske zusammenkommen, ist die Gefahr relativ groß, dass es eine entsprechende Verbreitung des Virus geben wird."

Technisch gesehen wäre es besser, wenn die Menschen bei großen Veranstaltungen einen Mund-Nasen-Schutz trügen, so Haibel weiter. Im Freien verhielten sich die Aerosole anders, weil andere Strömungsverhältnisse herrschten. Daher sei die Ansteckungsgefahr geringer.

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