Rathaus und Stadtbibliothek in Ulm: Jubiläum 175 Jahre Feuerwehr der Stadt Ulm (Foto: Pressestelle, Stadt Ulm Abteilung Feuerwehr und Katastrophenschutz)

Viele Aktionen beim Tag der offenen Tür

175 Jahre Ulmer Feuerwehr - Mehr als 10.000 Besucher bei der Hauptfeuerwache

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Mehr als 10.000 Menschen haben am Sonntag die Hauptfeuerwache in Ulm besucht. Anlass: Mit einem Tag der offenen Tür hat die Feuerwehr Ulm ihr 175-jähriges Bestehen gefeiert.

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Beim Tag der offenen Tür gab es Feuerwehr zum Anfassen. Alte und neue Fahrzeuge konnten besichtigt werden und den ganzen Tag über zeigten verschiedene Abteilungen der Rettungskräfte ihr Können bei Vorführungen, darunter die Höhenrettungsgruppe, die Jugendfeuerwehr und die Rettungshundestaffel.

Am Tag der offenen Tür zum 175-jährigen Jubiläum der Ulmer Feuerwehr gab es viele Mitmach-Aktionen, nicht nur für die zweibeinigen Besucher und Besucherinnen.  (Foto: Thomas Heckmann)
Am Tag der offenen Tür zum 175-jährigen Jubiläum der Ulmer Feuerwehr gab es viele Mitmach-Aktionen, nicht nur für die zweibeinigen Besucher und Besucherinnen. Thomas Heckmann

Ulmer Feuerwehr seit 1847

Der 7. September 1847 war die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr in der Donaustadt. Die veraltete Pflichtfeuerwehr wurde in eine freiwillige umgewandelt. Der Rat der Stadt beschloss die Einrichtung eines sogenannten Pompiers Corps, einer Feuerwehr-Einheit um den Ulmer Kaufmann Conrad Dietrich Magirus. Dieser hatte als Turnwart gemeinsam mit 32 Turnern die Bedienung der Feuerspritze übernommen und gilt als Gründervater der Ulmer Feuerwehr.

Jubiläum 175 Jahre Feuerwehr der Stadt Ulm: Feuerwehrmänner mit einem alten Feuerwehrauto am Ulmer Münster (Foto: Pressestelle, Stadt Ulm Abteilung Feuerwehr und Katastrophenschutz)
Auch in schwarz-weiß eine schicke Kulisse: Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Ulm inspizieren vor dem Münster ihr Fahrzeug samt Leiter. Pressestelle Stadt Ulm Abteilung Feuerwehr und Katastrophenschutz Bild in Detailansicht öffnen
Heute ist dort ein Restaurant untergebracht, davor war das sogenannte Schuhhaus in der Kramgasse am östlichen Münsterplatz rund 70 Jahre lang das Zuhause der Freiwilligen Feuerwehr Ulm. Pressestelle Stadt Ulm Abteilung Feuerwehr und Katastrophenschutz Bild in Detailansicht öffnen
Das Schuhhaus ist im Krieg zwar beschädigt worden, hat diesen aber insgesamt überstanden. Dennoch war für die Feuerwehr ein neues Gebäude nötig. Der Spatenstich dafür fand allerdings erst deutlich nach dem Krieg, 1972, statt. Auch das Relief über dem mittleren Tor ist heute noch zu sehen - genau wie die Ulmer Farben schwarz und weiß in den oberen Fenstern. Pressestelle Stadt Ulm Abteilung Feuerwehr und Katastrophenschutz Bild in Detailansicht öffnen
Das Magirus-Deutz-Emblem auf dem Kühler eines alten Feuerwehrautos - der nach oben weisende Zacken symbolisiert das Ulmer Münster Frank Wiesner Bild in Detailansicht öffnen
So sehen Feuerwehrhalle und Löschzug heute an ihrem neuen Standort in der Keplerstraße aus. Die Feuerwehr Ulm bezog es 1975 nach dreijähriger Bauzeit. In dem Gebäude sind auch zwölf Wohneinheiten für Feuerwehrbeamte vorgehalten. Diese hauptamtliche Mannschaft ist für die Besetzung der Hauptwache verantwortlich und sichert die Zeiten, zu denen weniger der Freiwilligen Kräfte zur Verfügung stehen, beispielsweise während der Arbeitszeiten tagsüber. Pressestelle Stadt Ulm Abteilung Feuerwehr und Katastrophenschutz Bild in Detailansicht öffnen
Bis über die Dächer Ulms: Präsentation der Ulmer Feuerwehr vor Rathaus und Stadtbibliothek. Pressestelle Stadt Ulm Abteilung Feuerwehr und Katastrophenschutz Bild in Detailansicht öffnen

Ulmer Feuerwehr untrennbar mit Magirus verbunden

Conrad Dietrich Magirus ist insgesamt eng mit den Anfängen der Ulmer Feuerwehr verwoben. Er war 33 Jahre lang Feuerwehrkommandant, heißt es in einer Mitteilung der Abteilung Feuerwehr und Katastrophenschutz der Stadt Ulm. Und er wirkte auch über die Stadt hinaus: In einem von ihm angeleierten Treffen gründete sich der Deutsche Feuerwehrverband. Zudem gründete er 1866 die "Feuerwehr-Requisiten-Fabrik C. D. Magirus", die heutige Magirus GmbH.

Magirus - Erfinder der "Ulmer Leiter"

Damals ahnt er noch nichts von seiner Erfolgsgeschichte. Die von ihm entwickelte "Ulmer Leiter" ist die erste fahrbare und bis zu einer Höhe von 14 Metern im Freistand begehbare Leiter dieser Art. Sie wird später auf der Weltausstellung in Wien ausgezeichnet. Magirus engagierte sich auf vielen Gebieten, setzte sich für die Sicherheit von Feuerwehrangehörigen ein und verfasste ein Standardwerk für Feuerwehren. Seine Innovationen prägten die Feuerwehr Ulm weit über seine Zeit hinaus.

Ulmer Feuerwehr mit Vorreiterrolle

70 Jahre lang war die Ulmer Feuerwehr an prominenter Stelle mitten in der Stadt untergebracht. Ab 1904 im sogenannten Schuhhaus in der Kramgasse am östlichen Münsterplatz. 1972, pünktlich zum 125. Geburtstag, erfolgte der Spatenstich am heutigen Standort: in der Keplerstraße. Ein Jahr nach diesem Jubiläum führte die Ulmer Feuerwehr als erste in Europa einen hydraulisch betriebenen Rettungsspreizer ein. Damit wurde es möglich, Menschen schneller und schonender aus einem Unfallfahrzeug zu befreien. Heute zählt dieser deutschlandweit zur Standardausrüstung.

Ein Mann in Feuerwehr-Uniform steht vor einem Feuerwehr-Pkw (Foto: Pressestelle, Stadt Ulm, Feuerwehr Ulm)
Der heutige Feuerwehrkommandant Dipl.-Ing. Adrian Röhrle - er steht der Feuerwehr Ulm vor, die sich aus der Freiwilligen Feuerwehr mit 13 Abteilungen, 500 aktiven Feuerwehrangehörigen und einer Abteilung Feuerwehrbeamte mit 64 Einsatzbeamten zusammensetzt. Pressestelle Stadt Ulm, Feuerwehr Ulm

Rund 1.900 Einsätze jährlich

Die Ulmer Feuerwehr hat inzwischen über 1.000 Mitglieder, die ihren Dienst in der aktiven Einsatzabteilung leisten. Es gibt eine Jugendfeuerwehr, eine Altersabteilung, sogar einen Musikzug. Laut eigenen Angaben rücken die Freiwilligen zu rund 1.900 Einsätzen im Jahr aus. Reine Brandeinsätze machten da mit 10 Prozent eher den kleineren Teil aus, heißt es in einer Mitteilung. Viel häufiger werden die Feuerwehrleute zu technischen Hilfeleistungen gerufen.

Die Feuerwehr Ulm setzt sich aus der Freiwilligen Feuerwehr mit 13 Abteilungen und einer Abteilung Feuerwehrbeamte zusammen. Für den Dienstbetrieb der Feuerwehr Ulm und das Personal der ständig besetzten Hauptwache ist die Abteilung Feuerwehrbeamte zuständig. Am Wochenende und an Feiertagen wird die Hauptfeuerwache von 7 bis 19 Uhr mit zusätzlichem Personal aus den freiwilligen Abteilungen verstärkt.

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Höhenrettung auch in himmlischem Dienst

Die Höhenrettung der Feuerwehr Ulm übernimmt gelegentlich auch Einsätze im Auftrag von ganz oben. So seilte sich schon häufiger am 6. Dezember an der Kinderklinik der Uniklinik Ulm vor erstaunten Kinderaugen der Nikolaus an der Fassade ab. Sicher am Boden angekommen verteilt er aus seinem Jutesack dann auch Geschenke an die kleinen Patienten.

Keine Berufsfeuerwehr: Ulmer sind eine Ausnahme

Eigentlich dürfte es die Ulmer Feuerwehr so nicht mehr geben. Städte ab 100.000 Einwohner benötigen nach dem baden-württembergischen Feuerwehrgesetz eigentlich eine Berufsfeuerwehr. Ulm hat rund 125.000 Einwohner. Allerdings erteilte das Innenministerium des Landes eine Ausnahmegenehmigung. Diese ist bis zu einer Einwohnerzahl von 150.000 möglich. Ulm erhielt die Genehmigung durch die Abteilung der Feuerwehrbeamten. Diese gleichen die Zeiten aus, in denen weniger Freiwillige verfügbar sind, beispielsweise tagsüber während der Arbeitszeit, und sie sind für die Besetzung der Hauptwache verantwortlich. Die Leitung der Gesamtfeuerwehr liegt bei der Abteilung Feuerwehr und Katastrophenschutz der Stadt Ulm, deren Leiter und Kommandant derzeit Adrian Röhrle ist.

Löscharbeiten im zweiten Stock: 60 Feuerwehrleute waren bei dem Brand in Ulm im Einsatz (Foto: z-media, Ralf Zwiebler)
Einsatz bei einem Brand in Ulm - Rund 1900 Mal pro Jahr werden die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr zu Einsätzen gerufen, nicht immer handelt es sich um einen Brand. Häufig sind es technische Hilfeleistungen. z-media, Ralf Zwiebler

Tag der offenen Tür gab seltene Einblicke

Am Sonntag hatten Bürger und Bürgerinnen die Gelegenheit, viele Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr in Ulm zu bekommen und bei der Hauptfeuerwache einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Um 11.30 Uhr wurde die Veranstaltung zum Jubiläum durch Oberbürgermeister Czisch ganz offiziell eröffnet. Auf einer Aktionsfläche wurden auch Vorführungen der Jugendfeuerwehr und der Einsatzabteilung gezeigt. Zudem konnte eine Fahrzeugausstellung besichtigt werden.

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