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Ein 60-jähriger Mann aus Allmendingen ist vom Landgericht Ulm zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wollte vergangenen September seine Tochter mit elf Messerstichen umbringen.

Tatort war ein Park in Ehingen in der Nähe des Bahnhofs. Dorthin hatte der Vater seine 31-jährige Tochter begleitet, als er sie plötzlich von hinten angriff, ihr den Mund zuhielt und mit großer Kraft auf sie einstach. Die 31-Jährige konnte ihren Vater zur Seite stoßen und fliehen. Sie wurde im Krankenhaus behandelt und überlebte die Attacke.

Prozessauftakt wegen versuchten Mordes in Ehingen vor dem Landgericht Ulm (Foto: SWR, Maren Haring)
Landgericht Ulm: Besitzdenken und niedere Beweggründe des 60-Jährigen seien ausschlaggebend gewesen für eine Verurteilung wegen versuchten Mordes, erklärten die Ulmer Richter. (Archivbild) Maren Haring

Der Mann aus Allmendingen (Alb-Donau-Kreis) hatte seine Tochter laut Anklage für eine Ungläubige gehalten und sie für ihre aus seiner Sicht zu freizügige Lebenseinstellung bestrafen wollen. Dieser Auffassung folgte das Gericht in seiner Urteilsbegründung nicht. Die Richter sahen dagegen als ausschlaggebend für die Tat, dass sich die Tochter von ihrem Vater abgewandt und ihn nicht mehr als Oberhaupt der Familie angesehen hatte. In der Tat hätten sich sein Besitzdenken und damit seine niederen Beweggründe gezeigt, weshalb sie ihn des versuchten Mordes schuldig sprachen.

Behauptung nicht glaubhaft

Während des Prozesses hatte der Angeklagte behauptet, ein fremder, schwarz gekleideter Mann sei damals plötzlich aufgetaucht und habe seine Tochter angegriffen und ihr die Messerstiche zugefügt. Diese Darstellung war aufgrund der Beweislage nicht glaubhaft. Das Opfer hingegen benannte ihren Vater als Täter.

Staatsanwaltschaft forderte lebenslange Haft

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Mann gefordert. Der Verteidiger des Mannes hielt eine Haftstrafe von maximal acht Jahren für angebracht.

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