Zweckverband beschließt weiteres Vorgehen

Pläne nach dem Tübinger Nein zur Innenstadtstrecke Regionalstadtbahn

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Knapp drei Wochen nach der Ablehnung der Tübinger Innnenstadtstrecke in einem Bürgerentscheid hat der Zweckverband Regionalstadtbahn Neckar-Alb über die Zukunft diskutiert.

Bei einer Sitzung am Freitag in Gomaringen (Kreis Tübingen) hat der Zweckverband Einzelheiten zu den Folgen für das Gesamtprojekt erläutert. Fest steht: Das Projekt wird fortgeführt.

Sitzung des Zweckverbands Regionalstadtbahn  (Foto: SWR, Thomas Scholz)
Der Zweckverband hat Freitag in Gomaringen die Zukunft der.Regionalstadtbahn nach dem Tübinger Nein zur Innenstadtstrecke geplant. Thomas Scholz

"Bei aller Diskussion um die Innenstadtstrecke Tübingen war und ist die Regional-Stadtbahn als Gesamtprojekt unumstritten.“

Die Schienenstrecken sollen weiter ausgebaut und elektrifiziert werden. Auch die Planung für neue Stadtbahnstrecken und Haltepunkte, um das Netz zu erweitern, werde der Zweckverband konsequent weiter vorantreiben. Der nächste große Meilenstein im Netz der zukünftigen Regional-Stadtbahn stehe bereits im kommenden Jahr an: Ab Ende 2022 sollen die Ammertalbahn und die Ermstalbahn elektrisch betrieben werden, hieß es.

Neue Bewertung der Regionalstadtbahn nötig

Nach dem Aus für die Tübinger Innenstadtstrecke muss aber die Standardisierte Bewertung des Gesamtprojekts bis Ende kommenden Jahres überarbeitet werden. Diese Kosten-Nutzen-Rechnung ist wichtig für die Höhe der Zuschüsse. Auch das Betriebskonzept müsse angepasst werden, so der Verbandsvorsitzende Eugen Höschele.

Ein schematischer Plan zeigt das geplante Liniennetz der Regional-Stadtbahn. (Foto: Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb)
Alle Pläne außer der Tübinger Innenstadtstrecke will der Zweckverband weiter verfolgen. Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb

Stadtverkehr Tübingen muss neu geplant werden

Dazu brauche man ein neues, funktionierendes ÖPNV- Konzept für die Stadt Tübingen. Erforderlich sei auch ein Umsteigekonzept von der Bahn auf die Stadtbusse, und zwar für bis zu 30.000 Fahrgäste pro Tag. Auch die Linienführung der Bahn am Tübinger Hauptbahnhof soll überarbeitet werden.

Tochtergesellschaft für Einkauf, Planung und Betrieb

Außerdem hat die Verbandsversammlung grünes Licht für die Gründung einer Tochtergesellschaft gegeben. Diese Projektgesellschaft soll sich zunächst um den Kauf von Zügen kümmern, auf lange Sicht aber auch bei der weiteren Planung, beim Ausbau und Betrieb aktiv sein.

Mehr Informationen für Bürger

Die Zeit drängt. Denn die Projektgesellschaft soll gegründet sein, bevor die Fahrzeuglieferanten ihre endgültigen Angebote abgeben. Ein weiteres Thema war die Bürgerbeteiligung. Da plant der Zweckverband, auch mit Blick auf den Ausgang des Tübinger Bürgerentscheids, die Information und Beteiligung der Bevölkerung zu intensivieren. Am 26. September hatte eine Mehrheit von gut 57 Prozent die Tübinger Innenstadtstrecke abgelehnt.

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SWR