Luftfahrt-Bundesamt muss noch zustimmen

Zollernalb Klinikum wartet auf Genehmigung für Labor-Drohnen

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Das Zollernalb Klinikum will ab Frühjahr Laborproben zwischen den Standorten in Balingen und Albstadt per Drohne verschicken. Noch allerdings fehlt die Genehmigung des Luftfahrt-Bundesamts.

Das Zollernalb Klinikum hat vier Drohnen gekauft, die zwischen den Krankenhäusern in Albstadt und Balingen (Zollernalbkreis) hin- und herfliegen sollen.

Sie schaffen bis zu 60 Kilometer pro Stunde und brauchen für die Strecke zwischen den beiden Kliniken nur 12 Minuten. Vor allem Blutproben sollen die kompakten Luftfahrzeuge zwischen den beiden Krankenhäusern transportieren. Vornehmlich von Albstadt nach Balingen ins Zentrallabor. Dort kann die Probe dann schnell untersucht werden - zum Beispiel wenn in Albstadt ein verletzter Patient liegt, der Blutkonserven braucht, von dem das Krankenhauspersonal aber die Blutgruppe nicht kennt.

Weitere Möglichkeiten der Drohnen-Nutzung

Auch diese Konserven selbst könnte irgendwann einmal eine Drohne transportieren. Auch Medikamente, Dokumente oder anderes würde Klinikchef Gerhard Hinger gerne später einmal schnell auf dem Luftweg transportieren. Auch an Transporte bis ins Uniklinikum Tübingen oder beispielsweise nach Ravensburg denkt Hinger schon. Er räumt allerdings ein, dass das noch Zukunftsmusik ist.

Drohne muss bisher noch im Stadion kreisen

Derzeit darf die Drohne im Zollernalbkreis nur zu Testflügen, zum Beispiel im Balinger Stadion, abheben. Die Genehmigung des Luftfahrt-Bundesamts steht noch aus. Sobald sie da ist, soll es losgehen mit den Flügen über die Alb. Zuerst sechsmal, dann achtmal täglich soll es ab Frühjahr Drohnenflüge geben. 12 Kilometer lang ist die Strecke Albstadt - Balingen für die Drohne auf der direkten Luftlinie. Mit dem Auto sind es fast 19 Kilometer. Mit dem Drohneneinsatz will man am Klinikum vor allem Zeit sparen. In der Luft gibt es bisher noch keinen Stau, und für die Umwelt ist die Drohne laut Klinik auch viel besser als der Transport mit dem Auto. Die CO2-Emissionen seien deutlich geringer.

Große Investition

Erstmal muss das Klinikum in das innovative Projekt investieren. Es muss nicht nur die Drohnen selbst bezahlen, sondern auch einen Teil der Entwicklungskosten. Wie hoch die sind, wollen die Klinikgeschäftsführung und das Unternehmen, das die Drohne entwickelt hat - die DiAvEn UG in Berlin - nicht verraten. Grundsätzlich aber sei der Drohneneinsatz auf Dauer weitaus günstiger als der Transport über die Straße. Laut Klinikberechnungen kostet ein Drohnenflug zwischen 34 und 45 Euro. Ein Autotransport wegen der gestiegenen Energiekosten wohl ungefähr 55 Euro.

Die Drohne wird mit einer Laborprobe beladen. (Foto: SWR, Julia Klebitz)
Laborproben können in einem isolierten Stauraum in der Drohne untergebracht werden. Julia Klebitz

Fernpiloten in Berlin beobachten die Drohnen

Das Laborpersonal, das künftig die Proben aus der Drohne entgegennehmen soll, braucht keinen Drohnenführerschein oder eine andere Spezialausbildung. Dafür, dass die kleinen Luftfahrtzeuge sicher dort ankommen, wo sie hin sollen, ist das Berliner Drohnen-Unternehmen verantwortlich.

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SWR