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Was das Landratsamt Freudenstadt bisher nur vermuten konnte, hat sich jetzt bewahrheitet: In Baiersbronner Ortsteil Mitteltal hat ein Wolf einen Hirsch gerissen. Das bestätigt nun auch das zuständige Institut.

Das Forschungsinstitut Senckenberg bestätigte am Dienstag: Es war ein Wolf, der den Hisch am 9. März am Ortsende von Mitteltal gerissen hat. Und zwar nicht irgendein Wolf: Es war der im Nordschwarzwald bereits bekannte Wolfsrüde mit dem Namen GW852m. Er ist dort bereits seit 2018 unterwegs.

Was war passiert?

Dass es sich bei dem Riss um das Werk eines Wolfes handeln könnte, hatte der Wildtierbeauftragte des Landkreises Freudenstadt, Peter Daiker, bereits vermutet. Er war Anfang März am späten Abend zu der Fundstelle des gerissenen Hirsches gerufen worden, um dort zusammen mit Mitarbeitenden des Nationalparks DNA-Proben zu nehmen. Eine Anwohnerin hatte zuvor beobachtet, wie ein "hundeähnliches" Tier einen Hirsch verfolgt, in den Bach getrieben und dort schließlich erlegt hatte.

Dass das Institut Senckenberg mit der genommenen Probe überhaupt ermitteln konnte, welcher Wolf in Mitteltal zugange war, ist nicht selbstverständlich: Der Freudenstädter Wildtierbeauftragte Daiker hatte befürchtet, dass das Wasser des Baches die Probe unbrauchbar gemacht haben könnte. Dieser Fall ist nun nicht eingetreten.

Müssen Einwohner von Baiersbronn nun Angst haben?

Der Wolf hatte seine Beute relativ nah an einem Wohnhaus erlegt. Das findet der Wildtierbeauftragte als nicht weiter schlimm. Dieses Verhalten wirke zwar auf den ersten Blick ungewöhnlich, sei aber als unkritisch zu bewerten.

Wäre das Stück Rotwild nicht aus dem Wald heraus geflüchtet, so wären beide auch nicht in Ortsnähe aufgetaucht.

Peter Daiker, Wildtierbeauftragter des Landkreises Freudenstadt

Nähe zu Menschen störte den Wolf

Ganz im Gegenteil: Der Wolf habe nur wenig von der erlegten Hirschkuh gefressen. Das zeigt laut Daiker, dass sich der Wolf durch die Nähe zum Menschen - also durch Autos und andere Geräusche - gestört fühlte. Deshalb sei er schon nach kurzer Zeit geflohen.

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