Mit dem mobilen Observatorium unterwegs im Auftrag der Wissenschaft

Forscher sammelte Wetterdaten mitten im Hagelsturm bei Rottenburg

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Für den Wissenschaftler Jan Handwerker war das Unwetter am Mittwochabend mit schweren Hagelkörnern ein Glücksfall. Er hat auch die Entstehung der Superzelle auf dem Radar beobachten können.

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Die Schäden des Unwetters vom Mittwochabend mit dem heftigen Hagel werden nach und nach aufgearbeitet. Viele Menschen in den Kreisen Tübingen, Reutlingen und Zollernalb hat es schwer getroffen. Für die Wissenschaft und für die Hagelforschung war es sehr wertvoll. Denn die Klimaforscher des Karlsruher Instituts für Technologie waren mit ihrer mobilen Wetterstation und ihrem Projekt "Swabian Moses" direkt mittendrin.

Das war beeindruckend, sagt der Klimaforscher Jan Handwerker.

"Wir haben natürlich auf so eine Situation gewartet. Wir sitzen ja schon länger in Rottenburg mit unserer mobilen Wetterstation."

Handwerker und seine Kollegen wollen herausbekommen, wie Gewitter entstehen. Schon auf dem Radarschirm hätten sie erkannt, dass da ein gewaltiges Gewitter anrolle aus Richtung Villingen-Schwenningen.

"Anfangs noch hatten wir den Eindruck, das zieht nördlich an uns vorbei, weil die Zugrichtung nicht stimmte. Aber dann ist diese Zelle nach rechts abgedreht und direkt auf uns zugekommen und über das ganze Neckartal hinweg gezogen."

Rechts abbiegen ist ein gutes Indiz, dass es ein langlebiges und schwieriges Gewitter mit einer Superzelle gibt, so der Wissenschaftler.

"Es gibt Schätzungen, dass etwa 10-20 Prozent so einer Superzelle einen Tornado ausbilden können."

Mit ihren Geräten und Sensoren haben die Forscher nun viele Messungen machen und Daten erheben können. Das Ziel der Forscher ist den genauen "Standort" von Hagel herauszubekommen, also voraussehen zu können, wo genau sich Hagel bildet und wo er am Erdboden ankommen wird. Bis zu drei Jahre werde es dauern, um die Datenmenge auszuwerten.

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