Schnelltestzentrum Tübingen (Foto: SWR, Christoph Necker)

Gerüstet für "Alarmstufe" in Baden-Württemberg

Kostenlose Corona-Tests und Impfen ohne Termin in Tübingen

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Stefanie Assenheimer
Stefanie Assenheimer (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Tübingen fährt wegen der angespannten Corona-Lage die Teststationen wieder hoch. Wenn die "Alarmstufe" kommt, werden in der Innenstadt kostenlose Corona-Schnelltests angeboten.

Wird in Baden-Württemberg die "Alarmstufe" ausgerufen, was schon bald der Fall sein dürfte, gilt für viele Bereiche des öffentlichen Lebens die 2G-Regel, nur noch Geimpfte und Genesene erhalten Zutritt. Für den Einzelhandel des nichttäglichen Bedarfs gilt die 3G-Regel, wobei ein Schnelltest ausreichend sein wird. Die Stadt Tübingen hat sich darauf vorbereitet.

OB Palmer prescht vor

Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) wollte nicht auf eine Entscheidung durch die Bundes- oder Landesregierung warten und hat mit der Präsidentin des DRK Kreisverbands Tübingen, Lisa Federle, die Wiederaufnahme der insgesamt fünf Teststationen in der Tübinger Innenstadt vorbereitet. Voraussichtlich ab Montag kann sich dort - wer will - kostenlos testen lassen.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer und DRK-Kreisvorsitzende, Pandemie-Beauftragte und Ärztin Dr. Lisa Federle an der Schnelltest-Station des DRK Tübingen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER)
Der Tübinger OB Boris Palmer (Grüne) und die Pandemiebeauftragte des Landkreises Tübingen, Lisa Federle, haben sich auf die Alarmstufe im Land eingestellt. picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER

Test wichtig für Pandemiekontrolle

Palmer und Federle sind davon überzeugt, dass anlasslose Tests ein wichtiges Standbein der Pandemiekontrolle sind. Es sei ein Fehler gewesen, die kostenfreien Tests zu Beginn der vierten Welle abzuschaffen, denn wer viel teste, finde viel und bremse damit die Ausbreitung des Virus, so Palmer und Federle.

Palmer: Kostenlose Tests helfen Handel

Der Tübinger Oberbürgermeister meinte, dass spätestens mit der "Alarmstufe" wieder kostenfreie Testangebote verfügbar sein müssten.

"Noch immer sind 30 Prozent der Baden-Württemberger nicht geimpft. Kostenpflichtige Tests würden also für den Handel den Verlust von fast einem Drittel der Kundschaft bedeuten, denn wer zahlt schon 15 Euro Eintritt für den Weihnachtsbummel?"

Kostenfreie Tests könnten der Tübinger Inzidenz und dem Innenstadthandel helfen. Ein lokales Finanzierungskonzept habe man auf die Beine gestellt.

Lisa Federle, Marktplatz Tübingen, Teststation (Foto: SWR)
Die Ärztin Lisa Federle bekämpft seit Beginn der Pandemie die Corona-Verbreitung

Federle: Tests auch für Geimpfte wichtig

Doch nicht nur Ungeimpfte können sich an den fünf Stationen in Tübingen testen lassen. Kostenlose Tests seien auch für Geimpfte wichtig, so Federle. Weihnachtsfeiern und große Familienfeste, oft mit nicht geimpften Kindern, könnten bei den jetzigen Inzidenzen wieder für viele Neuinfektionen sorgen.

Anfang Oktober trat eine bundesweit einheitliche Regelung in Kraft, die kostenlose Tests nur noch in Ausnahmefällen genehmigte. Tübingen und Rottenburg gingen Sonderwege. Mittlerweile überlegt die Bundespolitik, wieder in die Finanzierung einzusteigen.

Impfen im Pop-Up-Impfort

Neben dem Testen setzt Tübingen auf das Impfen. Mehrere mobile Impfteams sind kreisweit in Bussen unterwegs und bieten spontane Impfungen an. Seit einigen Tagen gibt es zudem in Tübingen einen Pop-Up-Impfort in der alten Universitäts-Apotheke. Dort können wieder Impfungen mit Termin und ohne Wartezeit angeboten werden. Das Angebot wird stark nachgefragt.

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